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Nicht die Objekte bestimmten letztendlich meine Bildideen, sondernd die Lichtsetzung mit der diese inszeniert werden können. Meine grundlegende Idee war eine Beleuchtung von unten. Darum herum drehten sich meine Gedanken für den Bildaufbau. Ich suchte mir dann etwas exotischeres Obst in verschiedenen Farben und war eher unzufrieden, als ich alles zusammen legte. Drei Farben mit mittlerer Reflektion (Helligkeit) und alle Objekte waren rund. Noch einmal einkaufen wollte ich nicht. Also suchte ich mir in der Küche ein Objekt. Damit entstand mein Bildaufbau. Er ergab sich einfach.

Licht von oben und von unten waren zwar schnell eingerichtet, doch die Reflexe im Glas und auf dem Obst mußten genau eingerichtet werden. Vielfach verstellte ich das Licht von oben und von der Seite links. Mit Probeaufnahmen wurde die Lichtmenge von unten ermittelt, wie auch die generelle Belichtung. Die weißen Reflexe im Glas ergaben sich auch durch das weiße Papier. (Ansonsten hätte ich Kartons rechts und links gesetzt.) Die Horizontlinie in der Bildmitte ist die Kante des Papiers. Weiter entfernt ist eine Wand.

Der Aufbau dauerte etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde, einschlielich der Aufnahme. Eine Nachbearbeitung, in der ich damals viel ausprobierte, würde, wenn ich mit meinen Erfahrungen am Bild direkt auf das vorliegende Ziel zuarbeite, heute etwa 3 Stunden dauern. Mich hat es über mehrere Tagen weitaus mehr Stunden beschäftigt, bis das Ergebnis als Bild vorlag. Trotz der Suche nach einer ausgewogenen Ausleuchtung hatte das Objekt rechts ein deutlich sichtbares Problem. Im Übergang vom Objekt zum Papier unten war die Kontur etwas "aufgeweicht". Dem Übergang der Oberfläche zum papiernen Untergrund fehlte Kontrast und ist in diesem Bikld nicht bis auf das letzte korrigiert. - sonst sieht man ja nichts mehr von diesem Problem. Diese Schwachstelle habe ich erst in einer weiteren Nachbearbeitung vollbständig behoben. Eine weitere Sunschöne Sache war ein Reflex im Glas. Rechts, direkt an der Tomarillo ist ein kleiner grauer Fleck, der ein Abbild der Wand ist. Dieser Fleck war deutlich gößer und schob sich unförmig in die darunter liegenden weißen Reflexe des Glases. Das habe ich in der Nachbearbeitung korrigiert. Jetzt wirkt der graue Fleck recht natürlich. (Wer professionell retuschiert wird wohl nicht überzeugt sein.)

Was blieb war die Frage: Kann das Bild mehr sein, als dass es eine selbst gestellte Aufgabe erfüllen kann? Beim Betrachten des Ergebnisses fiel mir schnell auf, dass diese Frage ganz entscheidend für meinen Anspruch ist, denn eigentlich blieb es trotz allen Aufwandes ein langweiliges Bild. Die Objekte sind zwar sehr präsent, fast zum Anfassen, also insgesamt ganz nett, aber wofür? Als Lösung einer Aufgabe kann er reichen, doch nicht außerhalb der Fotoklasse.

Und so war schnell klar, dass eine Beschriftung dem Bild einen Sinn geben kann. Dabei bleibt wenig Raum, denn die Proportionen der Objektes sind im Format bereits dermaßen ausgewogen, dass jeder sofort erkennt, oben und unten ist kein Platz für Schrift.

Die jetzige Anordnung ist eine Lösung. - Mancher könnte meinen, dass man die eigenen Bilder nicht dermaßen kritisch sehen sollte. Doch die Photographie ist auch ein Vergleich mit anderen, steht für neue Herausforderungen, Aufgaben und Ziele. Wer mit Fotos Geld verdienen will muss sich zum Besseren verändern können. Und dabei bleibt dann kein gutes Haar an den eigenen Bildern. - Erst im Vergleich kann eine relative Gelassenheit einkehren.

(c) 2006 Adrian Ahlhaus. www.AdrianAhlhaus.de.All rights reserved.