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Der "kleine" Unterschied ist sicherlich schnell erkannt. Aber warum wirkt das Bild unten so anders, vermittelt eine gänzlich anderen Eindruck vom Innenraum dieser Kirche?

Sehen wir uns oben die Aufnahme an dann wird an der perspektivischen Verzerrung, deutlich erkennbar an der Leuchte oben, die fast in der Mitte hängend, sichtbar ist, wie sehr ich bemüht war den ganzen Raum abzubilden, nicht wieter zurück weichen konnte um diese Verzerrung zu vermeiden. Zugleich hatte den indruck nicht in der Mitte stehend eine gute Aufnahmeposition zu haben, da dies sehr statisch wirkend und die konstrukive Weite und Besonderheit des Raumes nicht erfassen konnte. Es war mir wichtig einen Eindruck von der seitlichen Begrenzung zu vermitteln, also außerhalb der Mitte stehend zu einer Seite hin zu fotografieren. Dabei nahm ich hin das die Lichtkuppel ebenfalls der Perspektive entsprechend wiedergegeben wird, also schräg im Bild wirksam wird. -Und eben dies erklärt die zum Teil unbefriedigende Bildwirkung des Ausschnitts.

Wenn Objekte, wie hier die Lichtkuppel in einem Bild an den Rand gerückt sind, was diese so betont, so hat dies eine die Aufmerksamkeit jedes Betrachters steigenernde Wirkung, gleich dem, als würde man ein Objekt nicht vollständig abbilden. Deshalb ist die so stark an den oberen Rand gerückte Lichtkuppel schon ein Anschnitt. Die zweite nachteilige Wirkung des Ausschnitts wird durch die flasche Aufmerksamkeit beim Betrachten des Bildes wirksam: die zur Decke des Innenraumes gerichtet ist. Der Altarraum, obwohl das Zentrum des Inenneraumes wird fast schon nebensächlich,ebenso die gleißend, leuchtenden Fensterscheiben, die in voller Absicht ihren überstrahlenden Charakter im Beton des Kirchenraumes haben.

Die Stuhlreihen im unteren, dem "richtigen" Bild leben den Blick durch den Raum, entziehen dem Betrachter die Lichtkuppel und ihren persektivischen Endruck, lassem erkennen das vor dem Altar eine runde Anordnung existiert. Das hinterlässt bei wohl jedem Betrachter den Eindruck wie es außerhalb des Bildes, dem nicht abgebildeten Bereich aussehen wird. Erst diese Vorstellugn vervollständigt das bildliche Erlebnis.

Natürlich gibt es Fragen: Warum schwarz/weiß? -Weil der unbehandelte Beton in eher schnutzigem Grau das Bild keineswegs besser erscheinen ließe. Der Kirchenraum ist relativ dunkel, wird allein durch das sehr weiche Licht der Lichtkuppel und die strahlenden Fenster, bei hellem Tageslicht, definiert, weshalb eben dies auch im Bild so erscheinen sollte. Da hatte ich mit dem ersten Eindruck keinen Zweifel wie die Aufnahme wirken muss. Wie große ist die Datei? - Das digitale Bild hat 31 Megapixel. Und die Tonwertabrisse unten in der Mittte, beim Seitenaltar? - Es ist mit der Umwandlung in das PNG-Format passiert, wird hoffentlich nur den wenigsten als störend aufgefallen sein.

Das es in der Lichtkuppel einen weichen Verlauf gib, der insgesamt stimmigen Tonwertverlauf, das ist für dieses Bild, am Monitor betrachtet, entscheidend - meine ich. (Deshalb werde ich mir nicht die Mühe machen das Bild neu zu bearbeiten. - Wenn nichts wichtigeres auffällt.)

Der Ausschnitt
Das richtige Bild
(c) 2010 Adrian Ahlhaus.