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Lichtsetzung ist ein Grenzgang zwischen sichtbaren Lichtern, zum Beispiel einem Gegenlicht mit Aufhelllicht und dem nicht sofort sichtbaren. Doch auch in diesem Bild kann man die Lichtsetzung mit ein wenig Erfahrung ohne jede Erläuterung - siehe unten die Grafik - erkennen.

Das von rechts Licht ins Bild fällt ist leicht zu sehen an der hellen Reflexion der aufgeschnittenen Sweetie. Von links neben der Kamera kommt weiteres Licht ins Bild, sichtbar am Schatten auf dem Käse, den der Granatapfel wirft. Auch wäre der Granatapfel links nicht so hell, wenn lediglich von rechts Licht einfiele. Das dritte Licht kommt von unten. Nicht nur unten am Grantapfel, sondern weitaus deutlicher am unteren Bereich des Käses, an der dunklen Rinde, die sonst von der Sweetie ebgeschattet worden wäre, ist Helligkeit vorhanden. Darum, zum Durchleuchten, wählte ich Glas und keine spiegelnde Fläche.

Eigentlich müsste die Aufsicht auf das Glas eine weitaus stärkere Spiegelung erzeugen. Mit einem Polfilter wurde der Effekt kontrolliert zwischen keiner und einer "realistischen" Spiegelung. Ohne die hier gewählte Spiegelung würden Obst und Käse im engen, dunklen Raum den Eindruck erzeugen im Dunklen zu schweben, einem Zustand der bei Essbarem recht unnatürlicht wirkt.

Die Sättigung wurde im Fruchtfleisch der Sweetie leicht verstärkt. Eben dies habe ich mit der Schnittfläche des Käses getan. Die Reflexionsfläche von oben erzeugte ein schwaches Licht, gerade ausreichend für das Grün der Sweetie und die Kontur des Granatapfels.

Da die Reflexionsfläche von oben (Siehe die Skizze) nicht nur Licht abgibt, sondern auch den Kontrast im Glas zu dunklem Grau absenkt - die Reflexionsfläche wird sichtbar - muss das Bild nachbearbeitet werden. (Meine Lichtsetzung wäre zu Zeiten des analogen Bildes zwar originell, aber nicht wirklich brauchbar gewesen, bzw. hätte deutlich mehr Aufwand gebraucht, um die helleren Objekte von den dunklen Bildanteilen zu trennen - es entsteht durch die Lichtführung und Belichtung eine optische Freistellung mit Spiegelung, die schon bei der Aufnahme leicht am Monitor zu kontrollieren ist.) Also habe ich - für diese Website - einer grafischen Bearbeitung vorgegriffen und in den Schwärzen "auf die Schnelle" mit einer Retusche nachgeholfen. (Richtige Cracks können das besser.)

Eigentlich bin ich mit der knappen Setzung der Objekte, besonders am rechten Rand, nicht wirklich glücklich, weil es für meinen Geschmack zu viel Spannung aufbaut. Allerdings, als Titel verleitet das Bild dazu zu blättern, mehr erfahren zu wollen, und genau diesen Impuls soll diese Szene erzeugen, den Wunsch auslösen, in einem Magazin die nächste Seite ganz bewusst anzusehen.

Damit nicht der Eindruck entsteht, solch ein Bild ließe sich mit einer "normalen" digitalen Kamera nicht erzeugen: Es ist eine dieser normalen Kameras gewesen, ausgestattet mit einem der besten Optiken, die man kaufen konnte, schon um die Farbkontraste nicht zu verflachen. - Wer mit dem Kameragehäuse ein übliches Objektiv vom Typ "Immerdrauf" verwendet wird einen deutlichen Abfall der Farbkontraste hinzunehen haben.Originale Farben die weg sind lassen sich nicht wieder hervor holen. Das vermag auch keine ausgefeilte Bildbearbeitung.

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