Neue Kamera-Technik – und neue Objektve?
22. Januar 2012Was bedeuten die neuen Kameramodelle für die Praxis? Ist das nur der übliche Hype, befeuert von Werbekampagnen?
Vorweg, knapp und nüchtern: Vor allem bringen diese neuen Aufnahmegeräte mehr Videofunktionalität in die Fotoapparate. Damit aber keineswegs ein gutes Video, sondern das mit eingeschränkter Farbinformation in 4:2:2. Den Jalousie-Effekt in Videos , „Rolling Shutter“, müssen die Hersteller den verbauten CMOS-Bildsensoren erst noch abgewöhnen.
Bisher, auch wenn die Marketingsleutchen angesichts der neuen Modelle von Nikon, Sony, Panasonic, Samsung, Canon und Co. vor Begeisterung sabbernd auf die Pauke schlagen, eine digitale Fotokamera ist weiterhin kein Ersatz für eine gute Videokamera.
(Wer richtige Video will muss weiterhin jenseits von 30.000 Euro für ein Kameragehäuse inverstieren und eine entsprechnd leistungsfähige Videokamea kaufen. Dazu natürlich das Zubehör fürs gute Bild, guten Ton und eine ordentliche Bildansicht während und unmittelbar nach der Aufnahme. Für das Zusammenschneiden von Videosequenzen ist eine weiterführende, richtige Ausstattung nötig mit großer Rechnerleistung, leistungsstarker Grafik, Ton- und Videosschnitt-Software und einem hochwertigen Monitor.)
Daran ändert der rote übliche Knopf nix, der desöfteren lediglich zu einer versehentliche Videoaufzeichnung verhilft. - Der ist im praktischen Gebrauch sowieso eher überflüssig. Man kann so etwas auch mit dem Druck auf den Auslöser starten, wenn ein entsprechendes Videomenü existieren würde. - Ich empfinde den roten Knopf auf einer Fotokamera als Signal zur Kaufverhinderung, als Möchtegernknöpfchen, anstatt echter Videofunktion. (Anfang der Neunziger drehte ich auf Betacam mit fernsehtauglicher, das heißt sendefähiger Videotechnik. In dieser Erfahrung wurzelt meine Begeisterung für große, elektronische Sucher.)
Wo ist konkretes Wissen über die meisten neuen Kameras und ihre Bildsensoren jenseits der Werbebptschaften?
Testprotokolle sind nicht alles. Was zu sehen ist, die Auflösung von größeren Bildsensoren mit 1 Zoll über Mikro-Four-Thirds bis APS-C reicht von 12 Megapixel bis hin zu 24 Megapixel. Und dafür muss es die entsprechnden Objektive geben, was nicht so selbstverständlich ist. So manches heutige Kit-Objektiv ist mit 16 Megapixel bereits deutlich überfordert. Zudem konnte man dieser Tage lesen das nur wenige Einsteiger in ein Kamerasystem mit wechselbaren Objetiven auch solche kaufen. (In einem Interview Barney Brittens von dpreview.com mit dem Chief Operating Officer von Sigma, Kazuto Yamaki, publiziert am 18. Januar. 2012.)
Die derzeit gebotete optische Leistung von Systemkamera mit ihren Kit-Objektiv scheint den Ansprüchen vieler Hobbyisten bereits zu genügen. Allerdings werden von den Kameras mit 20 und 24 Megapixel höhere Erwartungen gesetzt, auch und gerade von den Käufern solcher Kameras.
Der Hersteller Sony bietet mit seinen CSC-Modellen – oder sollte man alle diese spiegellosen Kameras mit wechselbaren Objektiven doch besser ILC nennen – bietet allein mit den NEX-Gehäusen noch kein hochwertiges Kamerasysten, da die entsprechenden, leistungsfähigen Objektive fehlen, bis auf das mit „Zeiss“ gelabelte 24mm für rund 1000 Euro. - Hochwertige Objektive waren schon immer etwas teurer und darauf sollte man sich einstellen beim Kauf eines Kameragehäuses mit hochauslösendem Bildsensoren. Was deutlich wird bei diesem und anderen Herstellern, die Objektive werden videotauglich, das heißt arbeiten geräuschlos und mit Motorzoom.
Die Sony NEX 7 wurde ausführlich in English vorgestellt von Michael Reichmann aus Toronto/San Miguel, in einer Promotion-Serie, hier nachzulesen.
Vor zwei Tagen ist ein Bericht über die beiden Nikon 1-Modelle (V1 und J1) bei dpreview.com im bekannten, eher techniklastigen Test präsentiert worden. Ebenso auf dieser Site konnte man einen Test zur schon fast vergessenen, aber doch erst wenige Wochen jungen Nikon D7000 lesen, die in den Wochen vor Weihnachten einiges an Interesse generieren konnte.
Wenn die praktische Seite der Nikon V1 mehr interessiert, der lese den Bericht vom 21. Denzember 2011 von Gordon Laing. Es ist zwar nur ein Preview, also ein erster Eindruck, dafür bereits eindrucksvoll aussagekräftig.
Bei dpreview. com kann man von der Samsung NX mit ihrem neuen 20 Megapixelsensor lediglich einen Vergleich der RAW-Studioaufnahmen sehen, mehr nicht. Dazu ruft man einen Testbericht, z. B. zur Nikon D7000 und darin die RAW-Aufnahme im Studio auf und erhält die Möglichkeit die NX200 als RAW-Daei in den Vergleich einbeziehen zu können. Es ist ein erstaunlich guter Bildsensor den Samsung uns Fotografen bietet. Dieser wird in einer erwarteten NX 20, eine voraussehbare Kamera mit eingebautem elektronischen Sucher, sicherlich ein interessantes Kamerasystem bietet, da bei Samsiung zur NX bereits einige Comsumer („Optima“ genannt) - und Carry- Objektive, somit preislich akzeptable Linsen erhältlich sind die vor den 20 Megapixeln nicht einfach nur in die Knie gehen. Höherwertige Objektive sind von Samsung für dieses Jahr angekündigt. Ein Adapter für Leica Objektive wird angeboten. (Adapter von Drittanbietern für Frendobjektive von Nikon, Canon, Olympus u.a. gibt es reichlich, allerdings mit eingeschränkten Funktionen.)
Ansonsten bleiben die renommierten, weil unabhängigen Objektivtests von Klaus Schroiff unter photozone.de, in denen bereits die Objektive zum neuen Nikon 1-System, zur Samsung NX200 und von Sony an der NEX 5 auf ihre technische Leistungsfähigkeit geprüft wurden.
Ebenfalls in Englisch ist eine in Polen beheimatete Website mit derweil umfangreichen Tests zu Objektiven nutzbringend, lenstip.com. Von der Startseite geht es über “Review” zu den umfangreichen Tests.
Es gibt einige Testberichte – die Aufregung bei Erscheinen des Kameras ist schon fast wieder vergessen – aus dem letzten Jahr zu den neuen 16 Megapixel Spiegelreflexen Nikon D7000 und Pentax K5 und natürlich zu den 24 Megapixeln der SLT-Modelle von Sony, der ɑ77 und der ɑ65, nachzulesen bei dpreview.com.
Über den neuen Bildsensor der Fujifilm X-pro1 mit einer neuen Farbmatrix kann eigentlich noch niemand außerhalb der Werbung etwas sagen. Zudem sind ungewöhnlich wenige konkrete informatives im umfangreicherne Preview von cameralabs.com nachzulesen, betrieben vom technischen Redakteur und Hobbyfotografen Gordon Laing in Queenstown, Neuseeland.
Ich schätze diese englischsprachige Website, auf die oben schon hingewiesen wurde, wegen der Testausflüge in die Praxis. Laings subjektive, praktischen Erfahrungen sind schön nachzuvollziehen und somit hilfreich, wenn man sich fragt: was taugt die Kamera in der Hand? Leider bleibt der erste Fotografier-Ausflug mit seinen Bildern zur erst vorgestellten und schon im März lieferbaren Fujifilm X-pro 1 merkwürdig aussageschwach. Und das angesichts einer Situation, da wohl recht viele wissen möchten wie sich die neue Anordnung der Farbfilter, diese „X-Trans“-Filter, in der Praxis auswirken, mit denen zudem auf einen AA-Filter verzichtet werden kann. (Obwohl, es gibt Bildsensoren mit konventinellem Bayer-Pattern, aber ohne AA-Filter, bei Hasselblad.)
Noch ein neues, spiegelloses Kamerassystem kündigt sich an, eines von Canon. Das neue Format des Bildsensors der neuen großen kompakten G1X, zwischen Mikro-Four-Thirds und APS-C gesetzt, erinnert mich an den Formfaktor von Sigma. Doch noch ist außer der Ankündigung mit technischen Spezifikationen und einigen nichtssagenden Previews zur G1X, gar nichts erhellendes über ein neues System von Canon zu erfahren, weder zu einem ILC-Gehäuse, noch zu den Objektiven, mit denen eine Sytemkamera erst zum System werden kann.
Da ist dann noch die neu vorgestellte Panasonic GX1 mit ihrem 16 Megapixel NMOS-Bildsensor Four-Thirds-Format und dem Mikro-Four-Thirds Bajonett. An diesem 4/3-System sieht man letztlich wohin die Reise mit dem Konsumenten gehen soll, wenn es nach dem Willen der Herstellern geht: Immer weniger mechanische Technik mutiert mit imer mehr Elektronik zu Kleincomputern plus angesetzte Optik und Monitor, um leichter und schneller bewegte Bilder aufnehmen zu können. Fotos aufnehmen, ja das können diese Kameras auch -noch.
Es ist so wie ich bereits vor Jahren hier im Blog schreib: Die digitale Fototechnik ist ein Abfallprodukt der Videotechnik. Selbst die bisher üblichen Objektive zum Fotografieren werden nun vermehrt auf ihre Videofunktionalität überprüft und überarbeitet. Allerdings fehlt den Konsumenten zur professionellen Videografie noch das Wissen und die Erfahrung, noch mehr als zur Photographie. Das gilt besonders für den Aufwand einer Videoproduktion und die technische Seite, das notwenige Equipment.
für die ZUkunft Wenn ich auf ein spiegeleloses, hochwertiges und bezahlbares Kamerasystem setzen möchte, die alle erst im Entstehen sind, dann wären es gleich zwei: das bestehende von Samsung mit den 20 Megapixels der NX und das zukünftige von Canon. Gerade Canon kann den Vorteil nutzen als Letzter ins Rennen zu gehen, hat die Reaktionen des Publikums auf die Konkurenzprodukte im Blick.
Sony murkst – mal wieder – nur rum mit seinem NEX-System, muss sich anstrengen gescheite Objektive zu präsentiren.
Das Systen Mikro-Four-Thirds (mFT) von Olympus und Panansonic scheint uneinholbar vorne zu liegen, wenn man die Liste der angebotenen Objektive betrachtet. Aber leider kann ich nur wiederholen was ich vor einigen Wochen schrieb: diese Objektive bieten ohne kamerainternes Aufhübschen bei Verzeichnung und Vignettierung wenig Qualität für eine weiterführende Bildbearbeitung, davon ausgenonnem sind ganz wenigen Linsen.
Nicht nur bei den Kameraherstellern gibt es viele X im Namen, sondern auch bei der Frage, was für Qualität bieten die neu angeboteten Kamerasysteme der Generation “X”.
© 2012 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.






