Neue Kamera-Technik – und neue Objektve?

22. Januar 2012

Was bedeuten die neuen Kameramodelle für die Praxis? Ist das nur der übliche Hype, befeuert von Werbekampagnen?

Vorweg, knapp und nüchtern: Vor allem bringen diese neuen Aufnahmegeräte mehr Videofunktionalität in die Fotoapparate. Damit aber keineswegs ein gutes Video, sondern das mit eingeschränkter Farbinformation in 4:2:2. Den Jalousie-Effekt in Videos , „Rolling Shutter“, müssen die Hersteller den verbauten CMOS-Bildsensoren erst noch abgewöhnen.

Bisher, auch wenn die Marketingsleutchen angesichts der neuen Modelle von Nikon, Sony, Panasonic, Samsung, Canon und Co. vor Begeisterung sabbernd auf die Pauke schlagen, eine digitale Fotokamera ist weiterhin kein Ersatz für eine gute Videokamera.

(Wer richtige Video will muss weiterhin jenseits von 30.000 Euro für ein Kameragehäuse inverstieren und eine entsprechnd leistungsfähige Videokamea kaufen. Dazu natürlich das Zubehör fürs gute Bild, guten Ton und eine ordentliche Bildansicht während und unmittelbar nach der Aufnahme. Für das Zusammenschneiden von Videosequenzen ist eine weiterführende, richtige Ausstattung nötig mit großer Rechnerleistung, leistungsstarker Grafik, Ton- und Videosschnitt-Software und einem hochwertigen Monitor.)

Daran ändert der rote übliche Knopf nix, der desöfteren lediglich zu einer versehentliche Videoaufzeichnung verhilft. - Der ist im praktischen Gebrauch sowieso eher überflüssig. Man kann so etwas auch mit dem Druck auf den Auslöser starten, wenn ein entsprechendes Videomenü existieren würde. - Ich empfinde den roten Knopf auf einer Fotokamera als Signal zur Kaufverhinderung, als Möchtegernknöpfchen, anstatt echter Videofunktion. (Anfang der Neunziger drehte ich auf Betacam mit fernsehtauglicher, das heißt sendefähiger Videotechnik. In dieser Erfahrung wurzelt meine Begeisterung für große, elektronische Sucher.)

Wo ist konkretes Wissen über die meisten neuen Kameras und ihre Bildsensoren jenseits der Werbebptschaften?
Testprotokolle sind nicht alles. Was zu sehen ist, die Auflösung von größeren Bildsensoren mit 1 Zoll über Mikro-Four-Thirds bis APS-C reicht von 12 Megapixel bis hin zu 24 Megapixel. Und dafür muss es die entsprechnden Objektive geben, was nicht so selbstverständlich ist. So manches heutige Kit-Objektiv ist mit 16 Megapixel bereits deutlich überfordert. Zudem konnte man dieser Tage lesen das nur wenige Einsteiger in ein Kamerasystem mit wechselbaren Objetiven auch solche kaufen. (In einem Interview Barney Brittens von dpreview.com mit dem Chief Operating Officer von Sigma, Kazuto Yamaki, publiziert am 18. Januar. 2012.)

Die derzeit gebotete optische Leistung von Systemkamera mit ihren Kit-Objektiv scheint den Ansprüchen vieler Hobbyisten bereits zu genügen. Allerdings werden von den Kameras mit 20 und 24 Megapixel höhere Erwartungen gesetzt, auch und gerade von den Käufern solcher Kameras.

Der Hersteller Sony bietet mit seinen CSC-Modellen – oder sollte man alle diese spiegellosen Kameras mit wechselbaren Objektiven doch besser ILC nennen – bietet allein mit den NEX-Gehäusen noch kein hochwertiges Kamerasysten, da die entsprechenden, leistungsfähigen Objektive fehlen, bis auf das mit „Zeiss“ gelabelte 24mm für rund 1000 Euro. - Hochwertige Objektive waren schon immer etwas teurer und darauf sollte man sich einstellen beim Kauf eines Kameragehäuses mit hochauslösendem Bildsensoren. Was deutlich wird bei diesem und anderen Herstellern, die Objektive werden videotauglich, das heißt arbeiten geräuschlos und mit Motorzoom.

Die Sony NEX 7 wurde ausführlich in English vorgestellt von Michael Reichmann aus Toronto/San Miguel, in einer Promotion-Serie, hier nachzulesen.

Vor zwei Tagen ist ein Bericht über die beiden Nikon 1-Modelle (V1 und J1) bei dpreview.com im bekannten, eher techniklastigen Test präsentiert worden. Ebenso auf dieser Site konnte man einen Test zur schon fast vergessenen, aber doch erst wenige Wochen jungen Nikon D7000 lesen, die in den Wochen vor Weihnachten einiges an Interesse generieren konnte.

Wenn die praktische Seite der Nikon V1 mehr interessiert, der lese den Bericht vom 21. Denzember 2011 von Gordon Laing. Es ist zwar nur ein Preview, also ein erster Eindruck, dafür bereits eindrucksvoll aussagekräftig.

Bei dpreview. com kann man von der Samsung NX mit ihrem neuen 20 Megapixelsensor lediglich einen Vergleich der RAW-Studioaufnahmen sehen, mehr nicht. Dazu ruft man einen Testbericht, z. B. zur Nikon D7000 und darin die RAW-Aufnahme im Studio auf und erhält die Möglichkeit die NX200 als RAW-Daei in den Vergleich einbeziehen zu können. Es ist ein erstaunlich guter Bildsensor den Samsung uns Fotografen bietet. Dieser wird in einer erwarteten NX 20, eine voraussehbare Kamera mit eingebautem elektronischen Sucher, sicherlich ein interessantes Kamerasystem bietet, da bei Samsiung zur NX bereits einige Comsumer („Optima“ genannt) - und Carry- Objektive, somit preislich akzeptable Linsen erhältlich sind die vor den 20 Megapixeln nicht einfach nur in die Knie gehen. Höherwertige Objektive sind von Samsung für dieses Jahr angekündigt. Ein Adapter für Leica Objektive wird angeboten. (Adapter von Drittanbietern für Frendobjektive von Nikon, Canon, Olympus u.a. gibt es reichlich, allerdings mit eingeschränkten Funktionen.)

Ansonsten bleiben die renommierten, weil unabhängigen Objektivtests von Klaus Schroiff unter photozone.de, in denen bereits die Objektive zum neuen Nikon 1-System, zur Samsung NX200 und von Sony an der NEX 5 auf ihre technische Leistungsfähigkeit geprüft wurden.

Ebenfalls in Englisch ist eine in Polen beheimatete Website mit derweil umfangreichen Tests zu Objektiven nutzbringend, lenstip.com. Von der Startseite geht es über “Review” zu den umfangreichen Tests.

Es gibt einige Testberichte – die Aufregung bei Erscheinen des Kameras ist schon fast wieder vergessen – aus dem letzten Jahr zu den neuen 16 Megapixel Spiegelreflexen Nikon D7000 und Pentax K5 und natürlich zu den 24 Megapixeln der SLT-Modelle von Sony, der ɑ77 und der ɑ65, nachzulesen bei dpreview.com.

Über den neuen Bildsensor der Fujifilm X-pro1 mit einer neuen Farbmatrix kann eigentlich noch niemand außerhalb der Werbung etwas sagen. Zudem sind ungewöhnlich wenige konkrete informatives im umfangreicherne Preview von cameralabs.com nachzulesen, betrieben vom technischen Redakteur und Hobbyfotografen Gordon Laing in Queenstown, Neuseeland.

Ich schätze diese englischsprachige Website, auf die oben schon hingewiesen wurde, wegen der Testausflüge in die Praxis. Laings subjektive, praktischen Erfahrungen sind schön nachzuvollziehen und somit hilfreich, wenn man sich fragt: was taugt die Kamera in der Hand? Leider bleibt der erste Fotografier-Ausflug mit seinen Bildern zur erst vorgestellten und schon im März lieferbaren Fujifilm X-pro 1 merkwürdig aussageschwach. Und das angesichts einer Situation, da wohl recht viele wissen möchten wie sich die neue Anordnung der Farbfilter, diese „X-Trans“-Filter, in der Praxis auswirken, mit denen zudem auf einen AA-Filter verzichtet werden kann. (Obwohl, es gibt Bildsensoren mit konventinellem Bayer-Pattern, aber ohne AA-Filter, bei Hasselblad.)

Noch ein neues, spiegelloses Kamerassystem kündigt sich an, eines von Canon. Das neue Format des Bildsensors der neuen großen kompakten G1X, zwischen Mikro-Four-Thirds und APS-C gesetzt, erinnert mich an den Formfaktor von Sigma. Doch noch ist außer der Ankündigung mit technischen Spezifikationen und einigen nichtssagenden Previews zur G1X, gar nichts erhellendes über ein neues System von Canon zu erfahren, weder zu einem ILC-Gehäuse, noch zu den Objektiven, mit denen eine Sytemkamera erst zum System werden kann.

Da ist dann noch die neu vorgestellte Panasonic GX1 mit ihrem 16 Megapixel NMOS-Bildsensor Four-Thirds-Format und dem Mikro-Four-Thirds Bajonett. An diesem 4/3-System sieht man letztlich wohin die Reise mit dem Konsumenten gehen soll, wenn es nach dem Willen der Herstellern geht: Immer weniger mechanische Technik mutiert mit imer mehr Elektronik zu Kleincomputern plus angesetzte Optik und Monitor, um leichter und schneller bewegte Bilder aufnehmen zu können. Fotos aufnehmen, ja das können diese Kameras auch -noch.

Es ist so wie ich bereits vor Jahren hier im Blog schreib: Die digitale Fototechnik ist ein Abfallprodukt der Videotechnik. Selbst die bisher üblichen Objektive zum Fotografieren werden nun vermehrt auf ihre Videofunktionalität überprüft und überarbeitet. Allerdings fehlt den Konsumenten zur professionellen Videografie noch das Wissen und die Erfahrung, noch mehr als zur Photographie. Das gilt besonders für den Aufwand einer Videoproduktion und die technische Seite, das notwenige Equipment.

für die ZUkunft Wenn ich auf ein spiegeleloses, hochwertiges und bezahlbares Kamerasystem setzen möchte, die alle erst im Entstehen sind, dann wären es gleich zwei: das bestehende von Samsung mit den 20 Megapixels der NX und das zukünftige von Canon. Gerade Canon kann den Vorteil nutzen als Letzter ins Rennen zu gehen, hat die Reaktionen des Publikums auf die Konkurenzprodukte im Blick.
Sony murkst – mal wieder – nur rum mit seinem NEX-System, muss sich anstrengen gescheite Objektive zu präsentiren.

Das Systen Mikro-Four-Thirds (mFT) von Olympus und Panansonic scheint uneinholbar vorne zu liegen, wenn man die Liste der angebotenen Objektive betrachtet. Aber leider kann ich nur wiederholen was ich vor einigen Wochen schrieb: diese Objektive bieten ohne kamerainternes Aufhübschen bei Verzeichnung und Vignettierung wenig Qualität für eine weiterführende Bildbearbeitung, davon ausgenonnem sind ganz wenigen Linsen.

Nicht nur bei den Kameraherstellern gibt es viele X im Namen, sondern auch bei der Frage, was für Qualität bieten die neu angeboteten Kamerasysteme der Generation “X”.

© 2012 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.

Bücher die man sich selbst schenken muss

19. Dezember 2011

Obwohl zu Weihnachten viele Bücher verschenkt werden, sicherlich auch zur und über Photographie, gibt es deren einige, die man nur in Händen halten wird, wenn man sich diese selbst schenkt. Denn selten verrät sich den fotografisch unbedarften Betrachtern, welche bildlichen Schätze zwischen den Buchdeckeln verborgen sind.
Diese Art von Bücher habe ich einige entdeckten können, möchte diese aus der Menge gedruckten Papiers heraus heben.

Meine erste Empfehlung ist ein Buch mit Erinnerungen von Lorie Karnath und den eindrucksvollen Bildern von Sam Shaw, dessen Fotos das Buch füllen: „Sam Shaw – A Personal Point of View“.
Sam Shaw war jener Fotograf dem die Welt das Bild einer Blondine im wehenden weißen Kleid über dem Luftschacht einer U-Bahn verdankt. Obwohl Sam Shaw in jenen Tagen als Filmproduzent tätig war, „Das verflixte siebente Jahr“ ist seine Produktion, war und blieb die Photographie seine große Liebe. So porträtierte er fast alle Stars der Studios von Hollywood.
Wie Sam Shaw diese ins Bild setzt, das ist große, unaufdringliche Kunst. So mancher Betracher wird diesen Band aus dem Verlag Hatje Cantz übersehen oder achtlos beiseite legen. Das haben diese Fotos von Sam Shaw keineswegs verdient. Diese durchgestalteten, wie zufällige Schnappschüsse wirkenden Aufnahmen in schwarzweißen Bildern finde ich atemberaubend ausdrucksstark.
„Sam Shaw – A Personal Point of View“ von Lorie Karnath präsentiert einen der fast schon wieder vergessenen unter den großen Photographen.

„Sam Shaw – A Personal Point of View“ von Lorie Karnath, Verlag Hatje Cantz,
240 Seiten, 199 Abb. in Duplex, 27,40 x 31,20 cm gebunden, ISBN 978-3-7757-2694-8, derzeitiger Preis Euro 49,80 (D)

Der Verlag Knesebeck bietet einen Bildband den, wegen der Gestaltung des Covers, kaum ein Hobbyist zur Hand nehmen wird. Wenn mich etwas beeindrucken kann dann ist es Menschlichkeit, ein Wort aus dem Titel dieser Bildbandes. Deshalb sah ich genauer hin und las dann einen der ganz großen Namen in der Photographie, der die Bilder im Buch zusammen gestellt hat: Elliott Erwitt. Dies ist immerhin eine Empfehlung erster Güte. Sie ließ mich in meiner Suche nach einem Bildband verblüfft innehalten. „Augenblicke der Menschlichkeit – Freundschaft, Familie, Liebe und Leben“. Was für ein irrwitzig gestalteter Einband – Hauptsache anders. Der Bildband präsentiert die Erwittsche Auswahl aus Fotos eines internationalen Fotowettbewerbs, bietet uns Blicke in die kleine-große Welt des Alltags und seine menschlichen Momente. Es sind jene Bilder die jeder gerne fotografieren möchte, aber wegen der scheinbaren Banalität sich dann doch selten getraut so etwas Bild zu setzen. Elliott Erwitt hat in seiner Auswahl anrührende Augenblicke voller Emotionen vereint. - Nichts für emotionsarme Betrachter. Aber für all jene die Inspiration erfahren möchten für die scheinbar ach so „alltägliche“ Photographie, diese schwierigen Motive mit Kindern, Familie und Freunden.

„Augenblicke der Menschlichkeit - Freundschaft, Familie, Liebe und Leben“, Verlag Knesebeck, 32,4 x 26,9 cm, Gebunden mit SU, 208 Seiten, mit 72 schwarzweißen und 75 farbigen Abbildungen ISBN 978-3-86873-128-6, derzeitiger Preis Euro 39,95 (D)

Eine Neuauflage hält der Verlag Schirmer/Mosel bereit. Ein einem Band werden in Duoton-Reproduktionen jene Bilder von August Sander wiederaufgelegt, die in berühmt machten: „Menschen des 20. Jahrhunderts“. Eingeleitet wird mit einem Essay von Susanne Lange und Gabriele Conrath-Scholl. Die Porträts von August Sander waren für die Photographie stilbildend mit ihrem Realismus und ihrer Gestaltung. Kein Bild ist zufällig so ausdrucksstark, in aller photographischen Augenblicken der Bildert von August Sander schwebt das Dauerhafte, das Bleibende.Deshalb ist es dieses Bildband mehr als eine Dokumentation aus der Geschichte der Photographie, noch heute bieten diese Bilder lebhafter Anschauungsunterricht in der phtographischen Gestaltung, sind so modern wie vor 80/90 Jahren.

August Sander „Menschen des 20. Jahrhunderts“, Ein Kulturwerk in Lichtbildern eingeteilt in sieben Gruppen, Hrsg. v. Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur, Verlag Schirme/Mosel, ISBN 978-3-8296-0500-7, 808 Seiten, 619 Duotone-Tafeln. Format: 23 x 29 cm, gebunden, im Schuber, Deutsche Ausgabe, derzeitiger Preis Euro 98,- (D)

Ein Bucher über Fotos und ihre Wirkung, aber ohne Titelbild, dafür mit seitenverkehrtem Text? Was wie die Anmutung für ein Bucher über Typographie daher kommt ist tatsächlich ein neuer Titel aus dem dpunkt-Verlagvon Georg Barr. Dpunkt ist vielen seit Jahren für seine hochwertigen Bücher zur Photographie bekannt.
„Wie Bilder wirken – 52 große Fotografien und was sie einzigartig macht“ von Georg Barr.

Der Autor baut sein Werk sehr übersichtblich, didaktisch aus. 52 Fotos werden vorgestellt, von ihm analysiert auf ihre Bildwirkung und dietechnische Umsetzung. Jeder Analyse des Autors, der selbst Photograph ist, folgt eine kurzer Text des oder der Fotoschaffenden in dem man Näheres über die Umstände und die Ausführung zum ausgewählten Foto erfährt. Dem folgt eine Biographie.

Wie Bilder wirken“ von Geord Barr meint genau das was präsentiert wird. Der subjektive Blick eines Photographen auf von ihm ausgewählte Fotos, die er auch mal im Internet entdeckte. Georg Barr berichtet in einer leicht verständlichen Sprache welche Wirkung ein Bild auf ihn hat, was ihm auffällt, wie er sich die Aufmerksamkeit für diese Bilder erklärt. Wenn man einen Einblick gewinnen möchte wie über Bilder gesprochen werden kann, dann ist „Wie Bilder wirken“ die richtige Wahl – die Fotos sind allemal sehenswert.

„Wie Bilder wirken“ von Geord Barr, dpunkt Verlag, 228 Seiten, Festeinband, ISBN: 978-3-89864-745-8, derzeitiger Preis Euro 39,90 (D)

© Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor

Reaktion auf meinen Artikel “Eindrücke zu ACDSee pro 5″

8. Dezember 2011

Bei ACD-Systems hat man schnell reagiert. Die Liste der unterstützten RAW-Formate ist nun gewohnt lang, wurde um die aus früheren Versionen bekannte, lange Liste der unterstützten Kameramodelle erweitert.
- Ein weiterer, im Beitrag unten nicht erwähnter Pluspunkt bei “ACD Systems” ist die schnelle Reaktion auf Wünsche und Kritik von Kunden.

Nachtrag: Ein weiterer Bug ist aufgefallen. Es bleibt der eklatante Unterschied zwischen den verschienen Ansichten auch in der Farbdarstellung zwischen kleinem Vorschaubild und großer 100%-Ansicht, hier bei der RAW-Bearbeitung “Details”. Zudem, wenn ich zwischen den Profilen der Farbräume hin und her schalte, zum Beispiel um die Farbüberläufe anzeigen zu lassen, dann ist die Farbe ab dem zweiten Klick festgesetzt unverändert und ebenso bleibt die Anzeige der Beschenidung der Farben und Helligkeiten unverändert.

Hier zwei Bilder die das unschöne Phänomen verdeutlichen:

Arbeitsoberfläche

Das Endergebnis in 100%-Ansicht

Unschön ist die deutliche Abweichung der Farben im abgespeicherten Bild (unten), ein Endergebnis das gegenüber den Vorschaubildern (oben) sich deutlich unterscheidet, dabei wurde längst mehr keine Farbveränderungen angezeigt.

Außerdem habe ich im Beitrag unten einige lästige Schreibfehler korrigiert. Wer meine Schreibe kennt weiß, dass es ein oder zwei Tage dauert bis ich einen Beitrag überarbeite und solche Dinge abstelle. Mir muss ein Beitrag erst “fremd” geworden sein, damit ich solche Fehler überhaupt erkennen kann. - Das Entdecken meiner Satz- und Schreibfehlern ist mir immer peinlich.

Erste Eindrücke mit der neuen Version ACDSee pro 5

3. Dezember 2011

Seit Jahren ist es mein RAW-Konverter der ersten Wahl - aber nicht der einzige. Allerdings bietet „ACDSee pro“ jene Funktionen, um die die meisten Softwarelösungen zur Bildbearbeitung erst seit rund einem Jahr erweitert wurden: eine komplexe Verwaltung von Bilddaten, einschließlich Audio und Video.

Doch bis dahin war es ein steiniger Weg - für die Nutzer. Vor Jahren, mit der Version 2 erlebte man einen Absturz des Programms nach dem anderen, sobald man ein dem Programm unbekanntes Dateiformat in der Datenbank hatte. Außerdem riss “ACDSee pro 2″ alle Resourcen eines Rechners an sich. Mit der Version 2.5 blieb der Resourcenhunger, aber es fand eine stabile Version den Weg zu den Anwendern. Man hatte allerdings immer wieder mit sekundenlangen Aussetzern zu tun, bis ein Bearbeitungsschritt abgearbeitet war, ein neuer aufgerufen werden konnte.

So erwog ich den Umstieg auf eine andere Datenbank, als „ACDSee pro“ in der Version 3 erschien. Es bot zusätzlich die Möglichkeit in der RAW-Bearbeitung umfangreiche, selektive Farbkorrekturen durchführen zu können. Also blieb ich bei „ACDSee pro“ für Windows, wechselte nicht wie viele Kollegen auf eine eigenständige Mediendatenbank. Überhaupt, es wäre nicht so ganz einfach mit der Konvertierung des Bestandes der Bilddaten einschließlich der Verschlagwortung und Katalogisierung, denn die xmp.-Dateien waren nicht regelkonform, was bei einer früheren Version von „ACDSee pro“ keinen einfachen „Umzug“ bedeutet hätte. Es wollte also gut überlegt sein, würde auf jeden Fall viel Arbeitsaufwand bedeuten.

Die Version 4 war erschienen und ich zögerte, weil Version 3 problemlos lief. Zwar versprach die neue Version verbesserte Schärfealgorithmen, doch für viele meiner Bilder war Nachschärfen nicht notwenig, weil ich größere Ausdrucke mag - es gibt jedoch Bilder, die im kleinerem Format weitaus besser wirken. Bei größeren Bildformaten kann jedes Nachschärfen störend sichtbar werden. Und außerdem, es wurde mit der 4 so viele Verbesserungen versprochen, da wollte ich in Ruhe abwarten, bis das erste Update die unvermeidlichen Fehler und Bugs korrigiert haben würde.

Aber dann, nach nur einigen Monaten, kam für wohl alle die überraschende Ankündigung einer Version 5. In einem us-amerikanischen Forenbeitrag las über die noch nicht ausgelieferte Version 5: „… warte mit dem Kauf bis nächte Woche, dann kommt Version 6…“ - Nun, die 6 ist nicht in Sicht und ein Update der Version 5 gab es wohl auch nicht, so dass ich – für meine vorsichtige Annäherung an neue Software ungewohnt schnell – bereits jetzt, nach nur wenigen Wochen der ersten Auslieferung, auf die Version 5, jetzt Build 113, mein Upgrade vornahm.

Das Wichtigeste funktioniert ohne Fehl und Tadel. Das ist zum Einen die Konvertierung des Bilddatenbestands auf die neue Version und zum Anderen laufen die gewohnten Funktionen problemlos. - Und das mir, der ich aus Erfahrung weiß, dass ich unfreiwillig und unweigerlich auf jede Fehlfunktion stoße, zielsicher wie ein Trüffelschwein. (Sobald ich ein Programm in Händen habe, findet sich bestimmt eine Fehlfunktion.)

So ist es auch bei dieser Version 5. Die neuen Funktionen, insbesondere die so hoch umworbene Schärfeunktion, läuft nicht ohne einen Haken. Dazu später mehr und mit Bildbeispielen.

Die Erwartungen sind natürlich hoch, vor allem wenn Werbefuzzis von der Leine gelassen werden und ihre Phantasiefunktionen beschrieben – was leider auf fast alle Software-Anbieter und ihre Produkte zutrifft.
So suchte in einem us-amerikanischen Forum ein Teilmehmer dringend nach der beworbenen HDR-Funktion von „ACDSee pro“. Man muss aufmerksam lesen, bevor man diesen Satz von der deutschen Seite von ACD-Systems versteht:
„Erzielen Sie HDR-Ergebnisse mit einer einzigen Belichtung. Mit dem Beleuchtungs-Tool erhalten Sie erstaunliche Einzelbelichtungs-HDR-Ergebnisse…“ - kurz: es gibt keine HDR-Funktion mit der mehrere Bilder aus unterschiedlichen Belichtungen verrechnen werden.

Zwar ist das Beleuchtungstool in seinen drei aufrufbaren Versionen sowohl zum Dehnen und Stauchen von Tonwerten bei bis zu 9 Belichtungs-Zonen geeignet, sowie zum Aufhellen und Abdunkeln dieser Zonen, kann also ganz gezielt und ebenso einfach zur Kontraststeuerung der 7 Übergänge genutzt werden. Allerdings hat das alles überhaupt nichts mit HDR-Aufnahmen zu tun. (Dieses Beleuchtungs-Tool gab es bereits in den früheren Versionen und war mir die so ziemlich wichtigste Funktion, neben der Ordnung der Bilddaten, ihrer Verschlagwortung und Erfassung in einer Datenbank.)

Doch jenseits des Werbegeschreibsel ist „ACDSee pro 5“ eine ausgewachsene Mediendatenbank, die alle bekannten und ebenso die ihr unbekannten Bild-, Audio- und Videodaten verwalten kann. Wenn ein Codec nicht bekannt ist, dann wird die entsprechnde Datei zwar gelistet, aber nicht angezeigt – das ist weit entfernt von den Abstürzen in Version 2.
Außerdem ist positiv zu vermelden, dass zwar weiterhin viel Arbeitsspeicher für die schnelle Verwaltung und Bearbeitung von Bilddaten nützlich ist, aber offensichtlich wurde dem enormen Resourcenhunger bei „ACDSee pro“ mit der Version 5 erfolgreich entgegen gewirkt. Jetzt kann man mit einem Notebook der Mittelklasse in vertretbaren Wartezeiten von wenigen Sekunden selbst komplexe Veränderungen an großen Bilddateien errechnen lassen. (Damit meine ich eine Bilddateie von über 60 MB.)

Das “ACDSee pro” ein Farbmanagement hat ist wohl selbstverständlich. Interressant ist die Möglichkeit zusätzlich im Farbraum „ProPhoto“ arbeiten und speichern zu können. (Das etwa ein Sechstel so teure „Helicon Filter“ arbeitet bereits seit Jahren in diesem Farbraum.)

In der Version 3 konnte man beim Umrechnen vom größeren Farbraum „AdobeRGB“ auf den für einen Ausdruck üblichen Farbraum „sRGB“ schon mal eine böse Überraschung erleben, wenn die Konvertierung der Kontraste bei Farbe und Helligkeiten gesteigert wurde, abgeschnittene Tonwertabstufungen sich zeigten. Es war für mich üblich geworden relativ flaue RAW-Bilderdaten in „AdobeRAW“ anzulegen, die in „sRGB“ konvertiert und ausgedruckt erst den gewünschten Tonwertreichtum zeigten.

In der Version 5 gelingt die automatische Konvertierung weitaus besser. Im großen Farbraunm von „ProPhoto“ in „Entwickeln“ bearbeitet und abgelegt, wird anschließend und weitgehend problemlos im aufgerufenen „Bearbeitung“ in „sRGB“ konvertiert, die Farb- und Helligkeitswerte im Farbmanagement im voreingestellten Redering intend – bei mir „relativ farbmetrisch“ - übersetzt und dargestellt.
„Weitgehend problemlos“ meint ein einzelnes Bild mit Umrechnungsfehler unter mehr als einem Dutzend, die ich in den letzten Tagen bearbeitete. (Den Fehler konnte ich nicht reproduzieren.) Hierzu die beiden Bilder, mit und ohne Konvertierungproblem.

sRGB-Konvertierfehler

Durchsicht

Ein weiterer Fehler versteckt sich in der heftig umworbenen, neuen Schärfefunktion.
Neu ist wohl nicht nur die Funktion des „Maskieren“, mit der festgelegt werden kann welche Bereiche eines Bilder geschärft werden, alle Bereiche gleichmäßig schärfen bis zur Beschränkung auf die stärksten Kanten.
Wenn die Maskierung des Bildes auf der ALT-Taste sichtbar gemacht wird, dann darf man den „Wert“ des Scharfzeichnens nicht verändern, um zum Beispiel diese Veränderung beobachten zu wollen. Denn dabei stürzt die Funktion „Maskieren“ ab. Zudem kann im Vorschaubild beim Suchen von besseren Werten etwas ganz anderes angezeigt werden, als in der Gesamtansicht, siehe dieses Bild.

Maskieren

(Was gültig ist, die Darstellung der Gesamtansicht oder die der 100%-Ansicht links oben habe ich noch nicht ermittelt, da diese Funktion mir noch zu neu ist.)

Es sei an dieser Stelle allerdings vermerkt, dass die neue Schärfefunktion eine deutliche Verbesserung gegenüber der älteren Version 3 ist. Selbst ohne Maskierung, so mein Eindruck, werden generell alle Bilder schärfer dargestellt. - Dies wird nicht so deutlich im Ausdruck.
Was mir allerdings weiterhin fehlt ist das für mich ultimative Tool zum Schärfen, das Hochpass-Schärfen, wie es in Corel Paint Shop Photo geboten wird.

Die Rauschunterdrückung von „ACDSee pro 5“ ist wie gewohnt – so la-la. Doch wo gibt es eine wirklich gute Rauschunterdrückung, die zwischen Flächen und Kanten unterscheiden kann und manuell einstellbar ist?

Das Farbsäume und chromatische Aberrationen (genauer: Farbquerfehler) entfernt werden können, dass kam mit der Version 4, wurde den Kunden selbst da verspätet geboten, ist in anderen Programmen schon lange eine selbstverständliche Funktion.

Ein Werkzeug, das ich mal ausprobiert habe, nur mit Vorsicht, wegen des schnell sichtbaren, künstlichen Effekts, war die Möglichkeit einer Teiltonung in den Lichtern und den Schatten. Tatsächlich lassen sich Lichter, das scheint mir der wichtigere Bereich zu sein, sehr einfach und präsise farblich verändern.
Die Schatten werden beim Ausdruck durch die Beimengung des Unbunten (Schwarz/dunkles Grau) von der Druckerfarben stärker beeinflusst, als von der Veränderung ihrer Farbwerte in der Teiltonung. Bei Bildern, deren Ziel die Ansicht am Bildschirm ist, wird die veränderte Sättigung der Farben deutlicher, die Teiltonung der Schatten entsprechend stärker wirken können.

Was mich seit Jahren an „ACDSee pro“ stört ist eine Fehlbeschriftung. Es meint eine Einstellung, die es nicht gibt, allerdings sehr nützlich wäre. Mit „Arbeitsbereiche“ ist in der Software von „ACD Systems“ keineswegs eine räumliche Orientierung gemeint, wie dies in der deutschen Sprache zu erwarten wäre, sondern meint eine Individualisierbarkeit der Oberfläche mit verschiedenen Funktionen.

Wäre es möglich personalisierte „Arbeitsbereiche“ selbst zu kreieren, dann müsste ich mich nicht mehr bei jedem Start von „ACDSee pro“ mit fünf Klicks zur entsprechenden Festplatte und den Unterordnern durchklicken, um an meine Bilddaten für die normale fotografische Arbeit zu gelangen. Beides, eine Individualisierbarkeit des Arbeitsbereichs und der Arbeitsoberfläche, das ist der bessere Weg – natürlich mit der richtigen Beschriftung. Und ebenso nützlich wäre es die überflüssig aufgeführten Pfade in der Partion „C:“, sowie auch andere nutzlose Pfade zu Laufwerken, aus dem Verzeichnisbaum entfernen zu können. Was ich als lästig empfinde, bei jedem Programm, ist das was bei diesem als „Gerätedetektor“ bezeichnet wird. Es ist ein zwanghaftes verwalten wollen alles Laufwerke, das ich bereits bei der Installation des Programms abschalte.

Was mich indes wirklich ärgerlich macht ist die Darstellung der Farben der Vorschaubilder. Hier folgt ein Beispiel und darunter die Darstellung der Farben, sobald „Entwickeln“ aufgerufen wird – ohne jede Einstellung, wie zu sehen ist.

Vorschaubild

Entwickeln

Hierzu würde ich erwarten, dass, wenn „ACDSee pro“ sich als Vorschau-Programm im System anbietet und integrieren will, jene Farben dargestellt werden, die ohne Veränderung auch bei „Entwickeln“ geboten werden – Die Version 3 war nicht so deutlich von den entwickelten Bildern entfernt. Andere Programme können das ebenfalls besser.

Aber insgesamt ist „ACDSee pro 5“ schneller geworden, bietet eine verbesserte Schärfe und Einstellungen, die optische Fehler von Objektiven korrigieren helfen können. Allerdings ist die Software in den letzten drei Tagen ein Mal kapital und mitsamt dem Rechner abgestürzt – nichts tat sich über mehrere Minuten. Der Rechner war umzugänglich geworden, das heißt, nicht einmal der Aufruf des Taskmagers gelang. Letztlich musste ich den Rechner abschalten und neu hochfahren. Doch das sollte nicht verwundern, immerhin ist die neue Version erst wenige Wochen auf dem Markt. Und dafür bietet das Programm ziemlich viel Neues und einige deutliche Verbesserung.
Was jedoch zum KO-Kriterium für „ACDSee pro 5“ werden kann ist die Auswahl der unterstützten RAW-Formate. Die Liste ist nicht besonders lang, Sony gar nicht dabei.
Ach ja, fast vergessen, obwohl eingangs angesprochen: Die xmp-Dateien sind nun regelkonform.

© 2011 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.

„Photo for Live“ bei Arte

27. November 2011

Eine weitere Castingshow, nur ungewöhnlicherweise bei Arte? Nein, denn eine Castingshow nimmt eine Gruppe von „Nachwuchstalenten“ die sogenannten Kandidaten und verwurstet diese zusammen mit gleichermaßen aufgeblasenen wie schmierigen Charakteren, um „den Besten“ unter den vorgeblich Talentierten zu finden, was meißt wohl den rückgratlosesten Charakter meint, den man problemlos vermarkten kann.

Bei Arte würde niemand solches erwarten und findet sich auch nicht. So finden sich in dieser fünfteiligen Serie „Photo for Live“, die in der letzten Woche ausgestrahlt wurde und nun über www.arte.de abgerufen werden kann, sechs Gewinner/innen, Nachwuchstalente in Sache Photographie bis 30 Jahre, in einem Workshop mit Oliviero Toscani wieder, jenem Fotografen, der für seine ungewöhnlichen Werbebilder für die Marke Benetton bekannt geworden ist.

Allerdings werden die 5 Folgen in der kommenden Woche eine nach der anderen und täglich gelöscht; sieben Tage nach der Ausstrahlung. Wer diese Serie komplett sehen möchte muss sich ranhalten; ab Dienstag verschwindet eine Folge nach der anderen.

„Photo for Live“ gibt einen Einblick in die Arbeitsweise und das Denken eines außergewöhnlichen Fotografen, einen Künstler, der über die gesamte Sendereihe mit provokanten Sprüchen an seine sechs Nachwuchstalente und die Zuschauer heran tritt. „Photograhie kennt keine Demokratie“ ist eine seiner Aufforderungen ausschließlich und kompromisslos dem Bild verpflichtet zu sein. (Ich habe so meine Zweifel, ob man damit im beruflichen Arbeiten viel anfangen kann. Aber vielleicht ist gemeint, eher dem guten Bild als dem guten Verkaufen verpflichtet zu sein.)

Die sechs Nachwuchstalente bei „Photo for Live“ waren sicherlich kein simpler „Glücksgriff“, sondern zeigen den präzisen Blick von Oliviero Toscani für das Potential der Bewerber anhand der eingereichten Bildbelege.

Natürlich, kaum etwas in dieser fünfteiligen Serie ist zufällig ins Bild gesetzt. Die Handschrift der Regie hinter der Kamera ist ebenso spürbar, wie es die Aktionen und Reaktionen der Nachwuchstalente sind oder das Auftreten des Meisters Oliviero Toscani und, eine Erleichterung für jeden Bildschaffenden, die Anwesenheit zumindest eines Kamerateams. So lassen sich viele Menschen eher von der Ernsthaftigkeit des Anliegens ein Foto machen zu wollen, überzeugen. Aus einem Nein wurde dann schon mal ein Ja – obwohl das Bild, später in der Kritik, wegen seiner Unschärfe nicht bestehen konnte.

Überhaupt fanden die ausgewählten Sechs in Oliviero Toscani einen kritischen, aber keineswegs unfairen Begleiter - obwohl einer der sechs, Christian aus Berlin, nach der zweiten Aufgabe aus Paris abreiste, weil er sich unfair behandelt fühlte. Allerdings, um es mit Toscani zu sagen: Vielleicht wusste dieser Teilnehmer bereits zu viel. Mit dem Studium der Fotografie in Dortmund ist man bereits auf „die Spur“ zum techisch guten Bild gesetzt und hat – wie der Teilnehmer zurecht feststellt – für seine eigene, unbeschädigte Reputation Sorge zu tragen.

Das könnte man von vier der fünf ebenso sagen. Suchart aus Wien war mit 14 Jahren an „der Grafischen“ in Wien zum Studium zugelassen worden. Christine hatte bereits berufliche Erfahrungen mit der Leitung einer Agentur mit Porträtfotografie gesammelt. So ließe sich bei jeden der Teilnehmer künstlerisches Arbeiten mit beruflichen Kenntnissen feststellen, ausgenommen Coline, die mit 18 Jahren in den Wettbewerb für „Photo for Live“ ging. - Wer näheres über die Akteure vor der Kamera von „Photo for Live“ erfahren möchte kann entsprechendes Material bei arte.de ansehen, so wie es auch mehrere Videoclips hinter die Kulissen der Serie gibt.

Hier der direkte Link zur ersten den fünf Sendungen bei arte.de, dedr heute abgeschaltet wurde.
http://videos.arte.tv/de/videos/photo_for_life_1_5_-4266570.html
Die anderen Sendungen sind bei arte.de dann links aufgelistet von 2/5 bis 5/5 und folgen der Abschaltung, jeden Tag eine Sendung. Der Link.

Bei www.arte.de findet man den Zugang zu die Sendungen nicht so schnell. Dafür behelfe ich mich mit der Eingabe des Suchbegriffs „Toscani“.

© 2011 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.

Handbelichtungsmesser? Wozu die denn?

15. November 2011

Handbelchtungsmser scheinen aus einer anderen Zeit zu kommen - was sachlich durchaus korrekt ist, so wie Fotoapparate. Bereits vor 60 Jahren hätte man daran zweifeln können das Handbelichtungsmesser zum notwendigen Werkzeug eines Fotografen gehören.

Bis hinein in die fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts sind viele Aufnahmen ohne Belichtungsmessung entstanden. Das lag zum einen an den niedrigen Empfindlichtkeiten der gebräuchlichen Filme, bei denen ISO Werte von 64 bereits als „schnell“ galten und es reichte ein wenig Erfahrung, um das Tageslicht einzuschätzen. Dies war aber auch dem Umstand geschultet das zumeist auf schwarz-weiß-Material belichtet wurde, dessen großer Belichtungsspielraum mit einer altbekannten Faustregel funktionierte: Sonne lacht, Blende 8. Mitgedacht wurden dabei eine Belichtungszeiten um1/50 Sekunde.

Erst mit der verstärkten Hinwendung an das Farbmaterial wurde eine exaktere Belichtungsessung dringend notwenig, da die korrekte Belichtung einen wesentlichen Einfluss auf die Wiedergabe der Farben hatte. So kamen Belichtungsmesser auf den Markt, die wie Solarzellen funktionierten. Fiel Licht auf die Messzelle, auf der Basis von Selen, noch nicht Silizium, dann produzierte das Handgerät Strom, der über ein Drehspulinstrument einen Zeiger über einer Skala ausschlagen ließ. Nun musste man nur noch die Werte aus Filmempfindlichkeit, Belichtungszeit und Blende zusammen bringen und hatte eine richtungweisende Skala in einer Kombination von Zeiten und Blenden zur Auswahl, die alle den einen, den richtigen Lichtwert ergaben, mit dem es empfehlenswert war das Farbmaterial zu belichten.

Ein Nachteil von Selenzellen war die Messung. Man hatte ein großes Messfeld, das zwar in die Richtung des Objektivs zeigte, deren Erfassung der Motive jedoch ungewiss blieb. Man blieb als Anwender nie ganz im Klaren darüber was gemessen wurde und was nicht. Mancher schattete das Himmellicht mit der Hand zusätzlich von der Messfläche ab und hoffte damit eine genauere Messung zu erhalten. Ein weiterer Nachteil war der Messbereich, der das Licht einer dunkleren Umwelt nicht sicher erfasste. Und ebenso wichtig blieb die Tasche, denn eine Selenzelle lässt sich nicht abstellen und altert, das heißt, die Messzelle wird zunehmend ungenauer.

Die Handbelichtungsmesser der vierziger Jahre wurden schnell kleiner. Mitte der fünfziger Jahre wurden diese bereits in die Gehäuse einiger Kameras integriert. Man mußte allerdings immer noch den Zeigerausschlag oben auf dem Gehäuse mit dem Einstellungen an der Kamera von Hand in Übereinstimmung bringen.

Einige Jahre darauf, 1964, tauchte die erste Asahi Pentax Spotmatic auf, die einen eingebauten Belichtungsmesser hatte, der zudem im Sucher der Spiegelreflexkamera sichtbar war und mit einem Dreh am Zeitenwahlrad oder dem Blendenring des Objektives, die Innenmessung durch das Objektiv bot, währen des Fokussierens zudem die Einstellung der Belichtung erlaubte. TTL (Through The Lens) war auf dem Markt und lehrte die angestaubte deutsche Fotoindustrie welche Funktionen eine moderne Kamera mitzubringen hatte. (Es war übrigens die Firma Asahi mit ihrer Pentax-Modellen, die als erste Spiegelreflex einen eingebauten Prismensucher bot. Heute gehört das später in Pentax unbenannte Unternehmen zu Ricoh.)

Handbelichtungsmesser gab es weiterhin, falls man sich einen leisten konnte. Doch erst mit den eingebauten Belichtungsmessern begann die Zeit der allgemeinen Farbfotografie. Und wer brauchte dann noch einen Handbelichtungsmesser? Bereits Mitte der siebziger Jahre hatten Hobbyisten keinen Bedarf an Geräten zur Belichtungsmessung, die das halbe Durchschnittsgehalt arbeitender Menschen kosten konnten.

Wer Licht aufbauen musste, im Studio oder mit zusätzlichenm Licht draußen arbeitete, der oder die war zumeist beruflich engegiert und hatte selbstverständlich einen Hand-Belichtungsmesser. Dieser bot zumeist eine etwas größeren Messbereich als der in der Kamera und bot eine zusätzliche Messemethode, die Lichtmessung. - Und darauf kommt es gelegentllich an.

Lichtmessung bedeutet, dass das auf ein Objekt treffende Licht gemessen, im Gegensatz vom reflektierten Licht. Dies misst der in einer Kamera eingebaute Belichtungmesser. Er empfängt allein das von Motiven und Objekten reflektierte Licht.
Doch diese Objektmessung ist keine besonders zuverlässige Messmethode. Wenn das reflektierende Licht dunkler Objekte oder eines Motivs angemessen wird, dann „weiss“ kein Belichtungsmesser was gemessen wird. Und so, wie in allen solchen Fällen und wie seit Jahrzehnten, wird eine Belichtung empfohlen, angezeigt und bei Automatikbetrieb eingestellt, die einen mittleren Grauwert als „richtige“ Belichtung bestimmt, obwohl die Motive vielleicht deutlich duunkler oder heller als jenes mittlere Grau ist.
Die TTL-Messung während einer Aufnahme ist bequem, doch mitdenken, das ist immer notwendig. Helle oder dunkle und bildwichtige Bildanteile werden eher selten und zufällig richtig belichtet. Erst der Blick auf das Histogramm offenbart - zumeist - welche Belichtungskorrektur einzustellen ist.

Die Lichtmessung eines Handbelichtungsmessers ist immer dann im Vorteil, wenn schwierige Lichtverhältnisse und Objekte, dunkle und helle, zudem tiefe Schatten oder große Farbflächen das Bild dominieren. Hier hilft die Messsonde eines Beichtugsmssers die Belichtung für das neutrale Grau zu ermitteln, gibt einen Anhaltspunkt jenseits aller Belichtungskorrekturen, wie ein dunkles Objekt belichtet werden muss damit es dunkel, ein helles im Bild hell bleibt.

Natürlich, wenn die Objektmessung, das ist das TTL-Messen, oft ganz falsch läge, dann würde sie niemand benutzen. Allerdings liegt diese Messmethode seltener als man meine möchte wirklich „richtig“. Den Versuchen der Hersteller von Kameras den Fehlbelichtungen mit Mehrfeld/Matrix/Multisegment (o.a. Bezeichnungen) zu begegnen, führt zu immer neuen Werbebotschaften. Doch ändert dies am grundsätzlichen Problem einer Objektmessung gar nichts.

Obwohl digitale Kameras einen hohen Belichtungsumfang (Dynamikbereich) erfassen, damit viele Bildteile zumindest halbwegs richtig erfasst und belichtet werden, reagieren Farbe weiterhin, wie zu Zeiten des Farbfilms sehr empfindlich auf Fehlbelichtungen. Da Farben, je nachdem wohin diese auf einer Graditionskuve gelegt werden, entsprechende, unterscheidliche Nuancen zeigen, bleibt allein die Allerweltsfotografie von diesem Verhalten unberührt, dann wenn es um den bunten Gesamteindruck geht.
Farben wirken schnell blass und ausgewaschen, werden im Ausdruck durch allzu viel dunkel tönendes Druckschwarz eingefäbt, wenn eine durchschnittliche Objektmessung farbverfälschend wirksam wird.

Gerade angesichts der farblichen Fähigkeiten modernen Druckertinten und Monitore wird die Anmutung von Farben zum noch gewichtigeren Maßstab für Top- oder Flopbilder. In eingen Teilen der Welt, besonders gut in der nordamerikanischen Photographie zu beobachten, ist der Ausweg über möglichst viel bunt, statt farbrichtig, wie dies in Langdschaftsaufnahmen geradezu selbstverständlich scheint – und vielfach leider vorbildhaft wirkt.

Der Handbelichtungsmesser bleibt weiterhin ein Werkzeug das jenseits aller Knipsorgien zu besser belichteten, natürlich-sauberen Farben verhelfen kann.

© 2011 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.

Ein neues Kamera-System kaufen - aber welches?

11. November 2011

Seit 2005 war ich mit dem System FT von Olympus gerne verwurzelt. Das heißt, einige Kameras und die Objektive konnten in Leistung und Preis zumindest mich überzeugen, gerade weil ich immer wieder auf die anderen Systeme blickte und mich fragte, machen die etwas besser oder ausschließlich anders?

Nein, besseres hatten die anderen Anbieter wie Nikon, Canon, Pentax, Panasonic, Samsung und Sony eigentlich nicht zu bieten, außer, bei der Entwicklung der Produkte nicht stehen zu blieben. Doch eben dies ist entscheidend für unserer Zeit, denn die technische Entwicklung der digitalen Technik steht immer noch erst am Beginn ihrer Möglichkeiten. Wer stehen bleibt, gleichgültig wie viele Kameramodelle auf den Markt geworfen werden, fällt zurück.
Und eben dies geschieht mit Olympus. Tatsächlich sind 12 Megapixel mehr als nur genug an Auflösung. Mit Hilfe einer Software wie „Akvis Magnifier“ lässt sich sogar jedes größere Format, 40 x 60 cm oder weitaus größer errechnen. Vorteilhaft dabei ist, die Software kann zwischen Flächen und Kanten recht ordentlich unterschieden, so dass die Kanten erhalten bleiben, die Flächen zwar größer, jedoch weniger Rauschen als zuvor haben. Somit bietet sich eine klasse und recht preiswerte Lösung, um fast schon beliebig großen Fotos zu erstellen.

Doch eben da liegt bei Olympus der Hase im fehlenden Pfeffer: Ein einziges brauchbares Kameramodell dient als Grundlage des Abverkaufs von FT-Objektiven. Seit der 510 kam erstmal nichts was nicht mit überdimensionierten AA-Filtern die Schärfe aller Aufnahmen negativ beeinflusste. Die E-5 ist zwar eine ausgesprochen gute Kamera, mit ihrer Leistung jedoch weit oberhalb der Preise der Mitbewerber. Und sie ist außer beim AA-Filter und dem 12 statt 10 Megapixel-Bildsensor keine wirkliche Verbesserung gegenüber dem Vorgängermodell.

Die mFT-Modelle sind mit ihren bisher erhältlichen Objektiven eher „mediocre“ Lösungen. Erst die Software in den Kameras reduziert die exorbitant hohe Vignettierungen und die Verzeichnung auf ein erträglich Maß. Und eben dies widerspricht wirklich großen Ausdrucken. Denn das Rauschen an den Bildrändern wird deutlich angehoben und die Auflösung beim softwareorientierten Korrigieren der Verzeichnung ist ein an abstrakten Muster wie die einer Testtafel zwar messbarer aber kein realer Wert, weil jetzt die Bildpunkte da sind wo die Software diese hinrechnet. Doch letzteres hat nichts mit optischer Abbildung und Wirklichkeitsnähe zu tun. Je größer die Abzüge werden desto weniger apzektable wird eine softwaremäßige Lösung bei optisch unzureichend korrigierten Objektiven.

Da ich zum Ende des Jahres einen A2-Drucker kaufen möchte braucht es jene „von Natur aus“ unkorrigierten Aufnahmen, die ich bieher auch gewöhnt bin, nur eben künftig mit mehr Pixel als bisher.
Also bleibt – gezwungenermaßen – nur der Umstieg auf ein anderes System, von einem anderen Anbieter, deren es glücklicherweise einige gibt.

In die engere Wahl - noch ist nichst entscheiden - kommen nur wenige Kameramodelle. (Die Wahl des Druckers scheint fest zu stehen, es wird wohl ein Epson 4900.)

Die erste meiner Bedingungen ist einfach: mehr als 12 Megapixel. Für die digitale Technik eine Hürde ist die von mir angestrebte und geforderte Farbtreue. Denn Reproduktionen sind ein wichtigen Teil meines fotografischen Arbeitens. Und damit wird es schon recht eng, so wie beim Film, als es nur weniger Farbmaterialien gab das als “farbtreu” gelten konnte.

Als Grundlage meiner Analyse einer Kameraleistung nehme ich verschiedenene Testberichte zu Hilfe und sehe mir zudem jene vielen bekannten Testtafeln von dpreview.com an, jene „compared to RAW“, wie ich dies beispielsweise hier aufrufe.

Hierbei rufe ich eines der heißesten neuen Eisen im Feuer der Anbieter auf, die Nikon D7000. Doch genau an dieser Tafel, die so objektiv scheint, ist im Detail überhaupt nur wenig wirklich koscher. (Dazu weiter unten mehr.)
Für meinen Vergleich habe ich andere, mir vergleichbar erscheinende Kameras in die Vierergruppe aufgerufen, als da sind: die Canon 7D, die Pentax K-5 und die bisher nur mit diesem Chart getestete, nagelneue Samsung NX 200.
Letztere ist für mich der Blick in die digitale Zukunft, denn ohne optischen Sucher wird diese sein. Und der ist wunderbar, wie die a77 von Sony zeigt. - Aber dann wäre die Sony a77 doch die erste Wahl in meinem Vergleich?
Mitnichten, wie der direkte Vergleich zeigt. Nimmt man statt der Samsung NX 200 die Sony a 77 in den Vierer-Vergleich und sieht sich die dunklen Felder unten im Würfel an, ich setze als Auschnitt ganz unten etwas schwarz und dazu noch ein wenig von den Farben der bunten Wollknäuel aus dem Würfel, das dass so wichtige Rot der digitalen Technik zusammen mit dem Schwarz im Bildausschnitt auftaucht, dann sieht wohl jeder wie deutlich die Sony a 77 von Beginn an in der ISO-Reihe rauscht. Da bietet sogar die Panasonic GH 2 mit ihrem kleineren FT-Bildsensor noch deutlich bessere Eigenschaften. (Auf kleinen Abzügen wird das Rauschen der Sony a 77 nicht auffallen - wie bei allen Kameras mit vielen Megapixeln - doch je größer die Abzüge werden, desto lästiger wird diese Eigenart der Kombination aus Bildsensor und Kamersoftware werden.)

Bleiben wir bei diesem Testbild und meiner Auswahl.
Einige unerfreuliche Eigenschaften der Testaufnahmen von dpreview.com treten erst bei näherem Hinsehen hervor.
Die Ausschnitte haben alle unterschiediche Schärfepunkte. Sehen Sie nicht sogleich? Dann setzen Sie doch bitte den Ausschnitt auf die Herzdame in der Mitte des Testbildes und vergleichn dies mit der Ansicht der Batterien unten links, die weiter vorne aufgebaut sind. Oder sie setzen den Ausschnitt auf die Uhr unten rechts und vorne. Dann fällt nicht nur der Schärfeunterschied auf, auch und sofort die unterschiediche Reflexion der Zeiger. Den Ausschitt auf den unteren Bereich der Uhr gesetzt zeigt dass diese Unterschiede in den Reflexionen keineswegs auf unterschiedliche Abbildungsqualitäten in der Kombination aus Bildsensor und Kamersoftware verweist, sondern einzig darin gründen das die effektive Bildhöhe der verschiedenen Kamergehäuse unterschiedlich hoch ist und in diesen Testbilden nicht korrigiert wird.

Sowohl der Schärfeeindruck als auch die Anmutung von Reflexionen wird damit weniger gut beurteilbar. Es ist eben hier so wie überall: je genauer man hinsieht desto unpräziser werden die Details, sind noch nutzbar für einen allgemeingültigen Vergleich. Einzig die Darstellung der Farben wird von den Ungenauigkeiten der Testaufnahmen nur wenig betroffen sein.

So zählt für mich und meine zu treffende Entscheidung für ein System auch die Frage, welche Objektive gibt es zu den Kameras? Sony a 77 kann es schon mal gar nicht sein, weil das 11-18 Weitwinkel überhaupt nicht die Leistung des 24 Megapixel-Bildsensors auch nur halbwegs befriedigend auslotet. Und das neu vorgestellte und offenbar schon sehr gute 16-50 als Kit zur a77 schafft es auch nicht – wie überhaupt es derzeit kein Objektiv gibt das die 24 Megapixel unterstützen könnte. (Es hat schon seinen Grund weshalb Leica seinen doch so speziell für die M9 konstruierten Bildsensor auf 18 Megapixel begrenzte – weil die unbestreitbar guten Leica-Linsen in diesen Dimensionen der Auflösung ihre Grenze erreichen haben und dies bereits beim 24×36mm Bildsensorformat. Um wieviel mehr muss erst eine Optik leisten die 24 Megapixel auf kleinerem Crop-Sensor bedienen soll? (Wie viel weniger leisten die billigeren Objektive selbst unterhalb von 18 Megapixel?)
Bei Pentax und einer Entscheidung für die K-5 – die übrigens die Lieblingskamera der Redaktion von dpreview.com ist, wie diese selbst schreibt - habe ich zudem, von einigen längerbrennweitigen Limited-Linsen abgesehen, gar keine Auswahl für die Auflösung mit 16 Megapixel. (Ich höre schon jetzt die Proteste einiger Pentax-Fanboys.) Da helfen dann nur noch die Drittanbieter, denn Tamron und Sigma bieten für das Bajonett interessante Linsen, die mit 16 Megapixel noch zurecht kommen, zum Beispiel das Sigma 2,8 17-50 mm.
Samsung hat bisher, außer der Ankündigung von noch nicht erhältlichen Linsen, gar keine brauchbaren Objektive im Programm – die übrigens alle nicht einmal das Limit von 14 Megapixel für die NX 11 erfüllen können - aber immerhin bietet der Hersteller einen K-(Pentax)-Bajonett-Adapter mit der Übertragung aller Funtionen, zudem ist die Liste der Ankündigungen für 2012 viel versprechend.

Blieben wir bei der Nikon D7000, einer Kamera die als eierlegende Wollmilchsau auftreten kann und alle Wünsche bedient: sie ist schnell und gut und umfangreich ausgestattet. Aber, wie die Praxis zeigt, verträgt sich diese Kamera nur weniger gut mit den Objektiven von Fremdanbietern. Und der Hersteller Nikon kümmert sich einen Dreck um das Problem, das nicht seines sei, wie man in Tokyo meint. Aber es ist meines! Und noch ein weiteres „klitzekleines“ der Nikon D7000 tauscht in Testberichten wie von dpreview.com auf: der Autofokus produziert übermäßig viele Fehler. Diese Dinge lassen sich sehr wahrscheinlich alle mit einem Firmware-Update abstellen, nur wann?

Da ist ja auch noch Canon und die famose 7D. Eine Kamera ohne Fehl und Tadel. Sogar das mäßige 17-85mm als Kitobjektiv wurde durch ein deutlich besseres 15-85mm ersetzt und bietet nun als Rundum-Objektiv so etwas wie Augenhöhe mit dem 18 Megapixel-Bildsensor. (Das 16-85mm von Nikon kann dies nicht so gut mit der D7000.) Das 60mm Makro-Objektiv von Tamron würde gut zur Canon 7D passen und meinen Wünschen nach einer solchen Brennweite entsprechen, so wie das Sigma 70mm.

Doch zurück zu unserem Testbild bei dpreview.com. Hier zeigt sich im Vergleich der roten Farbtöne wie unterschiedlich diese von den Kameras interpretiert werden. Nikons D7000 ist hierbei noch weniger farbkorrekt als die Samsung NX 200m obwohl beide Kamera zu den beseren Modellen zählen.
(Wer wissen will was schlecht ist der rufe die RAW-Version der Olympus XZ 1 auf. Und siehe da, diese Kamera kann kein Rot wiedergeben, weder die Hose der Mickey-Maus noch die Wollbällchen noch die Aufkleber der Martiniflasche werden auch nur halbwegs richtig abgebildet. Diese Möchtergern-Edel-Kamera kann kein Rot! Erst in JPEG wird die Farbe Rot mit ihren Varianten angenähert korrigiert und mehr schlecht als recht erreicht.)

Zurück zu meiner Auswahl. Farbrichtige Wiedergabe – möglichst annähernd - ist eine gewichtige Bedingung meiner Suche nach der für mich richtigen Kamera. Die Nikon D7000 trifft die Rottöne nicht so gut, wie die anerkannt farbtreue Canon 7D. Nun gut, bei Reproduktionen nutze ich üblicherweise künstliches, reproduzierbares Licht. Also lässt sich dieses Problem mit einem Kameraprofil, wie es Silverfast DC erstellen kann, in den Griff bekommen.
Wenn da nicht auch nicht noch eine weitere Nigligkeit bei Nikon vorhanden wäre: das proprietäre RAW-Format, das nur von Nikons eigener, professioneller Software Capture NX optimal und vollständig entschlüsselt werden kann. (Ich mag den Umgang mit meinem RAW-Konverter, der zugleich meine Bilddatenbank verwaltet.)

Am besten passt offenbar die Canon 7D zu meinem Wunschkatalog. Aber dabei taucht ein anderes Problem auf, ein emotioneles. So wie mich früher die Minolta-Fans nervten mit ihren durchweg „Suupieee“-Objektiven, die doch zumeist mehr Pie denn Super waren – selbstverständlich hatte damals nur ich die richtigen Objektive, originale Zeiss-Linsen – so gehen mir heute einige Canon-Fuzzis mit ihren langen Tüten und ihrem Wir-sind-die-Besten auf den Nerv. - Canon ist so etwas wie mein Lieblingsfeind. (Sony, dessen Modell-Nichtpolitik ich hier im Blog schon öfter zerrissen habe, kommt bei weitem nicht daran heran und scheint sogar bestrebt zu sein eine echte Modellpolitik durchhalten zu wollen, nicht mehr fortwährend mit jedem neuen Kameramodell das eigene Konzept wieder verwerfen zu wollen.)

Doch letztlich zählt nur die erreichbare Qualität. Und nach der anerkannt erstklassigen Farbwiedergabe der Olympus E-5 kommt gleich – die 7D, unbestreitbar. Dem folgt die Pentax K-5 und dann erst die Nikon D7000.
Doch ob diese oder doch die Samsung NX 200 oder gar die Pentax K-5 mit der eigenschränkten Auswahl an Objektiven?

Einen optischen Sucher brauche ich nicht. Ein guter elektronischer Sucher täte es allemal und für meine Zwecke sogar besser. (Keine Olympus der letzten Jahre ist mit einem besserene Sucher ausgestattet wurden, was ein weiterer Grund für meine Entscheidung gegen mFT ist.) Ein guter elektronischer Sucher ist schon prima, aber die Samsung NX 200 bietet solchen nicht. Allerdings, mithilfe einer aufsetzbaren und fest verbindbaren wie auch abnehmbaren Sucherlupe ist das alles kein Problem. Im Gegenteil, bei 3facher Vergrößerung ließe sich der OLED-Monitor der Samsung NX 200 wunderbar nutzen. Ein weiterer Vorteil: während der Aufnahme gibt es keine Dunkelphase. Das Bild ist und bleibt riesengroß, weitaus größer als mit jedem elektronsichen Sucher, der derzeit überhaupt denkbar wäre.

Zum Kameragehäuse brauche ich unbedingt ein wirklich gutes Makro, das keine zu lange Brennweite hat, wie etwa das 60 mm von Tamron, ein Weitwinkel wie beispielweise das 11-16 mm AT-X von Tokina - jedoch kein Anschluss für Pentax bietet - oder das 3,5 10-20 mm von Sigma. Und eine Rund-um-Brennweite, wie dies das 15-85 mm von Canon wäre. - Eine wirklich lange Brenweite (200mm) habe ich in den letzten 5 Jahren nur ein Mal eingesetzt, doch notwendig wäre auch dies nicht gewesen.

Also und letztlich bleiben noch im Rennen: die Samsung NX 200, die Pentax K-5 ist dabei und die Canon 7D, als meine derzeitige Favoritin unter den Kameras.
Nur eines werde ich nicht tun, meine Entscheidung auf nach dem Ende des Jahres verschieben, in Erwartung auf das was kommen könnte. - Denn irgendwas ist sicherlich und immer anders, aber nicht unbedingt besser. Die Entscheidung für ein System brauche ich schon bald, dann wenn der neue Drucker bereit ist.

Nachtrag: Was ich von Canon auch und demnächt erwarte ist die Bekanntgabe der Entscheidung für eine spiegellose Systemkamera mit APS-C Formfaktor (Crop 1,6), das die vorhandenen EF-S Objektive unterstützt.

© 2011 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.

Welche Abbildungsqualität kann eine Bildstabilisierung erbringen?

18. Oktober 2011

Das eine Bildstabilisierung ein technisches Hilfsmittel ist um in Aufnahmen die Wahrscheinlichkeit einer Verwacklung und damit von leichter Unschärfe bis hin zu Doppelkonturen zu verringern, wird von einigen Zeitgenossen so interprewtiert, als habe eine Bildstabilisierung einen grundsätzlich positiven Einfluss auf die Abbildungsschärfe.

Da vor nunmehr zehn Jahren ein so renommierter Naturfotograf wie Fritz Pölking mit bildstablisierten Objektiven und mit einigen Aufnahmen beispielhaft dokumentierte das die Bildstabilisierung ihrerseits Unschärfe produziert, wird dies leichthin als „überholt“ abgetan. - Es gibt halt immer Leute die eine besondere Weltsicht haben, wenn es passt auch jenseits der optischen Gesetzmäßigkeiten.

Vor wenigen Tagen nahm ich mir bei Reproduktionen die Zeit unter anderem den Einfluss einer Bildstabilisierung auf die Schärfe zu dokumentieren, die Ergebnisse von Fritz Pölking neu zu untersuchen. Allerdings verwende ich in meiner Versuchsanordnung eine Bildstablisierung innerhalb der Kamera, einer Spiegelreflex, was noch weniger negativen Einfluss auf die Abbildsqualität haben sollte, da dabei keine Linse aus der optischen Achse verschoben und damit dezentriert wird.
Für diesen Artikel entnahm ich Bildbeispielen aus einer Serie von Aufnahmen, die die Einflüsse der Bildbearbeitung einer Kamera auf das Endergebnis dokumentieren sollen und können.

Das Setting kann jeder leicht selbst nachvollziehen - Reproduktion einer Buchseite mit dem Motiv „Carte de Visite“, in s/w gedruckt; Kamera auf mittelschwerem Holzstativ mit Makroobjektiv (Festbrennweite). Als Beleuchtung diente eine Lichtquelle mit Glühlampe. Die Belichtungszeit lag bei ½ Sekunde. Dabei wurden die Tonwerte in die Mitte des Histogramms gelegt. Fotografiert wurde in RAW. Die Bilder erhielten in der Bildbearbeitung einen Weißabgleich. Mein Endergebnis, das hier gezeigte Bild und der entsprechende Ausschnitt ist mit einer anderen Farbtemperatur (Lichtquelle) entstanden. Dies wirkt sich auf den Farbeindruck aus - was mit einigem Aufwand hätte korrigiert werden können - für unsere Versuchsanordnung unwichtig ist. Abgespeichert wurde die Gesamtansicht als verkleinertes Bild, um erkennbar zu machen, welchem Bildausschnitt die kritisch zu begutachtenden Bilder entstammen und mit Text versehen in PNG gespeichert. (Auf die Gesamtansicht aller Aufnahmen habe ich hier verzichtet, da die Ausschnitte als kritische Belege wohl jedem verständigen Zeitgenossen ausreichen werden.) Bei allen Aufnahmen ermittelte der Autofokus der Kamera mithilfe eines Kreuzsensors die Schärfe. Zusätzlich wurde diese vor jeder Aufnahme in der Ansicht Liveview bei 10facher Vergrößerung auf dem Monitor kontrolliert.
Da abgesehen vom Endergebnis, das hier als Gesamtansicht präsemtiert wird, andere Einstellungen der Gradationskurve vorgenommen wurde, die die Kontraste verstärkte, ist damit kein Nachteil auf das Ergbenis verbunden, denn ein mehr an Kontrast erzeugt einen schärferen Eindruck – was der Anschaulichkeit der Ausschnitte nichts nimmt, wie jeder selbst sehen wird. (Allerdings ist die Tönung etwas anders, sowhl Gesamtansicht als auch der Ausschnitt wirken etwas weicher, was manche Zeitgenossen mit weniger scharf verwechseln.)

Die Gesamtansicht zeigt das Ergebnis einer Aufnahme in manueller Einstellung, mit einer Spiegelvorauslösung von 2 Sekunden, ohne Bildstabilisierung.
Gesamtansicht Carte de Visite
Da im Blog nur ein Bild in einem Text integriert werden kann (die anderen werden nicht angezeigt) setze ich Links zu den Ausschnitten.

Der erste Ausschnitt zeigt einen Bereich aus der Mitte des Bildes der Gesamtansicht, mit Spiegelvorauslösung und ohne Bildstabilisierung.

Der zweite Ausschnitt zeigt das Ergebnis ohne Spiegelvorauslösung und ohne Bildstabilisierung.

Der dritte Ausschnitt zeigt das Ergebnis ohne Spiegelvorauslösung, aber mit Bildstabilisierung! Hier sieht man welchen Vorteil die Bildstabiliserung bieten kann, um eine Verwacklung einzuschränken, da die Kamera durch den Spiegelschlag erschüttert wird.

Der vierte Ausschnitt zeigt das Ergebnis mit Spiegelvorauslösung und mit Bildstabiliserung. Wenn es einen negativen Einfluss der Bildstabilisierung auf die Abbildungsschärfe gibt, dann kann es dieser Ausschnitt zeigen.

Es ist ein wenig schwieriger das Ergebnis zu werten, da die Aufnahme, wie ich oben schrieb, mit der Einstellung einer steileren Gradationskurve, also einen insgesamt höherem Kontrast hat. Als Hilfe zu Beurteilung möchte ich auf das Große „S“ des Namens hinweisen und dort auf den Strichlauf an der Grundlinie. Darin lässt sich erkenne das obwohl der Kontrast höher ist als im ersten Ausschnitt, der einen insgesamt weicheren Tonwertverlauf hat, hier nun geringfügig weniger Schärfe sichtbar wird als im ersten Ausschnitt.

Abschließend lässt sich festellen, der negative Einfluss der Bildstabilierung ist sichtbar gering, aber vorhanden.
Auf die Praxis bezogen bedeutet es zweierlei. Genau das was ich bereits öfter schrieb: Besser ein Bild mit einer reduzierten Schärfe als ein deutlich verwackeltes, also kein Bild. Allerdings, je kleiner die Pixel einer Kamera sind, je höher die Pieldichte wird, desto deutlicher wird der negative Effekt hervor treten, allerdings sichtbar wohl erst bei Vergrößerungen im Posterformat.
Ein genereller Umkehrschluss ist allerdings nicht möglich, da man beim Einsatz des Autofokus immer abzuwägen ist zwischen dem Nutzen für eine Aufnahme aus derr Hand und dem Verlust der maximal möglichen Schärfe für eine spätere, wirklich große Vergrößerung.

Meine Bildbeispiele zeigen: Eine Bldstabilisierung ist die zweitbeste Wahl. Die beste Schärfe in einer Aufnahme gelingt mit einer verwacklungsfrei fixierten Kamera, also zumeist beim Gebrauch eines stabilen Stativs und ohne Bildstabilisierung. Jedoch gilt für mich auch: besser ein Bild mit nicht maximal möglicher Schärfe als gar kein brauchbares Bild.

© 2011 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.

Bild-Daten sicher verwahren - aber wie? Ein Weg -

28. September 2011

Alle würden gerne alle Ihre digitalen Daten haben wollen - Nein, nicht nur um damit zu handeln, sondern auch um diese sicher zu verwahren. Verwahren heißt, Spezialisten für digitale Daten verwalten und überwachen die Daten und legen zusätzliche Sicherungskopien an geografisch getrennten Orten an. Diese Daten sind, wer es möchte, zudem hoch verschlüsselt. Aber, der Service hat seinen Preis. Im Jahr können für 100 Gigabyte bis zu 500 Euro fällig werden. Das kann oder mag man noch hinnehmen bei kleineren, privaten Datensammlungen mit wenigen Gigabyte (für 5 Euro im Monat) oder geschäftlichen Daten aus den Bereichen der Finanzbuchhaltung und zur Dokumentation von Verträgen. Für geschäftliches Handeln sind Datensicherungen existentiell notwendig. Für Fotografen ebenso. Denn diese alten Fotos sind ein Besitzstand. Und Hobbyisten möchten ebenso gerne ihre Fotos auf Jahrzehnte sicher verwahrt wissen.
Mit der Fotochemie war das Verwahren von Fotos eine ganz spezielle Sache. Anfällig für zu viel oder zu wenig Feuchtigkeit, Pilzbefall und Zersetzung wegen unzureichender Auswässerung der chemischen Reste blieben Dias und Fotos weitaus weniger lange zerstörungsfrei erhalten als gehofft. Wer seinen alten Bildbestand aus Negativen, Dias und Papierbildern digitalisierte hat nicht so selten vom Zahn der Zeit beschädigtes Material in Händen gehabt.

Die Verheißung einer Datensicherung in professionellen Händen ist für einen Bilddatenbestand teuer zu erkaufen. Das Angebot von 100 GB Speicher bedeuten so etwas wie die komfortable Größe des digitalen Papierkorbs.

Bilddaten sichern heißt jenseits von 500 GB zu denken. Denn die Daten von Bildern wachsen schnell, sehr schnell, werden zukünftig noch schneller angehäuft. Jede neue digitale Kamera produziert neue Dateigrößen. Und wenn man einige der Bilddaten zudem auch noch als TIFF-Format auf einer Festplatte hat, da kann jede einzelne über 80 MB groß sein, problemlos.
Die neueren APS-C-Kameras lassen die Datenmenge geradezu explodieren.

Doch wohin damit, so dass diese nicht den plötzlichen Datentod erleben, wegen Wasserschaden, Blitzschlag, einem simplem Kurzschluss oder weil mit einem nicht geeigneten, statisch aufgeladenen Schraubenzieher ins Innenleben eines Computers eingegriffen wurde, um eine zweite Festplatte zu montieren. - Ziemlich sicher sind bei solchen Ereignissen die Bilddaten ebenso geschädigt wie die anderen magnetisch lesbaren Informationen, oder sind in einem Augenblick für immer entschwunden im digitalen Nirwana.

Da mag sich so mancher denken: dann miete ich zur Vorsicht mal einen Server bei einem der großen Webhoster und sichere alle meine Daten in Eigenregie und mit Speichervolumen in Terabyte-Größen, für ein Viertel der Kosten oder weniger die eine professionell betreute Umgebung kosten würde. Doch das verlangt nach einiger Kenntnis, wie ein Server eingerichtet und am Laufen gehalten wird. Ohne Internetverbindung und Zeitaufwand geht gar nichts.

Die einfachste Lösung für immer mehr Fotografen heißt, in Eigenregie die wichtigen Daten als Datenkopien abspeichern. Doch dabei geraten noch größere Datenmengen in ein Speichervolumen.
Aber dafür kann man das ohne großen Aufwand bewerkstelligen. Man nehme eine externe Speicherplatte und kopiere die Bilddaten aus seinem Ordner für Bilder in das externe Speichermedium. - Wenn, ja wenn da nicht einige „kleinere“ Vorbedingungen erfüllt sein wollen.

In meinem Einführungskurs zur digitalen Photographie – einigen Lesern und Leserinnen verlange ich hier ein wenig Geduld ab, denn nicht jeder ist mit dem Thema vertraut –, im Einführungskurs rate ich immer wieder die neuen Bilddaten in einem einzigen Ordner abzulegen und diese als Tagesordnern zu sortieren. Beispielsweise kommen die Bilder von heute in den neu angelegten Ordner mit Datum von heute, benannt mit: JJJJ-MM-TT. Der befindet sich in einem Ordner mit der Bezeichnung „Fotos“, besser noch auf einer neu angelegten Partition, die bei mir „Medien“ heißt und darin den Ordner Fotos enthält, zusätzlich zu de Tagesordnern anderer Ordner enthält, die die Bilddaten aus anderen Quellen, zum Beispiel einem Scanner, bewahren sollen und anderes. - Für die ersten und folgenden Male wird man den vorgegebenen Datenordnern des Betriebssystems akzeptieren. Bei Microsoft werden als Bilder erkannte Daten automatisch im persönlichen Ordner unter „Bilder“ auf der Partition „C:“ abgelegt, also mitten zwischen all den anderen Daten auf der üblicherweise einzigen Festplatte.
Wer auf ein Ablagesystem nicht achtet hat viel Arbeit vor sich dieses zu schaffen. Wenn man ganz, ganz lässig mit dem Bestand der Bilddaten umgegangen ist, dann rächt sich diese Nachlässigkeit, weil alle Bilder über die Festplattenordner zerstreut gespeichert sind, einige in den internen Ordern der üblichen, kostenlosen Software zur Bildver-schlimm-besserung und andere wurden von der Speicherkarte in neu angelegte Order gelegt, an die sich keiner so richtig erinnern kann… Und die meisten Bilder im persönlichen Ordner.

Für die vielen Anwender die ohne Datenbank arbeiten und selbst wenn man eine entsprechende Software nutzt: Wer seine Bilddaten in einem einzigen Ordner, auf einer eigens angelegten Partition oder einer weiteren Festplatte sammelt, ob mehr zufällig oder durchdacht anlegte, hat schon mal eine gute Grundlage zur Datensicherung.
Im einfachsten Fall heißt das eine neue Kopie der Daten des alle Bilder beinhaltenden Orders anzulegen. Der entsprechende Order wird markiert und einfach „rübergezogen“, zum Beispiel auf eine externe Festplatte, die derzeit mit 1 Terabyte und für unter 70 Euro zu kaufen ist. Dabei bleibt die bereits angelegte Ordnungsstruktur bestehen.

Doch wie oben geschrieben wächst mit diesem Vorgehen, mit jeder neuen Sicherungskopie, die Datenmenge auf dem Sicherungsmedium.
Speicher kostet heute kein Geld, mag man meinen. Jedoch, alte Datenkopien auf dem selben Laufwerk sind keine Sicherung, sondern Platzverschwendung, sind dort ebenso anfällig für elektronische und magnetische Ausfälle der Festplatte wie die neueren Bilder. (Das gilt auch für mehrere miteinander verbundene Festplatten, z. B. in einem Gehäuse.)

Die einfachste Voraussetzung und eine Lösung zur Sicherung der Daten ist eine gute Grundordnung und das regelmäßige anlegen neuer Kopien, das heißt die Bilddaten vorsortieren und das regelmäßige „rüberziehen“ auf ein externes Speichermedium, das üblicherweise abseits des Computers verwahrt wird.
Ist die Kopie vollständig, was vom Betriebssystem überprüft wird - ansonsten gibt es eine Fehlermeldung - dann kann die alte Sicherungskopie gelöscht werden.
Mit USB- Anbindung vergehen schon mal einige Stunden bis zigtausend Bilder kopiert sind.

Und wenn man zwischendurch auf einige ältere Bilder zugegriffen hat, diese veränderte? Nun, es werden bei diesem einfachen Vorgehen alle Bilder immer wieder neu kopiert, ob verändert oder nicht.

Es gibt ein Verfahren zur Datensicherung, das nennt sich „inkrementell“. Damit ist die stetige Verbesserung, in unserem Fall die neue und sich erweiternde Datensicherung gemeint. Nachdem mit dem ersten Mal eine Datensicherung angelegt wurde, wird von einer Software jeder Zugriff auf die kopierten Daten überwacht. In vorgegebenen Zeitabständen, täglich, wöchentlich oder anderes, werden nur jene Daten neu gesichert, die verändert oder hinzu gekommen sind. Und das innerhalb des bereits abgelegten, bestehenden Ordnersystems.

Solches ist mit einem Backup-Programm aus dem Internet kostenlos möglich. Wobei, man sollte schon mal genauer hinsehen, dass eine Freeware auch „inkrementell“ abspeichert. Damit startet die entsprechende Software bei jedem Rechnerstart und arbeitetet im Hintergrund. Irgendwann, je nach Zeitplan, läuft die Datensicherung dann ebenso im Hintergrund, wenn denn, ja wenn das externe Laufwerk angeschlossen ist.

Verschiedene Programme habe ich ausprobiert und mich für eines entschieden, das sowohl ohne Zeitplan als auch mit und damit automatisch die Daten sichern kann. So steuere ich die regelmäßige Datensicherung auf ein eigenes Sicherungslaufwerk und zudem auf eine externe Festplatte, auf der mindestens ein Mal im Monat die aktualisierte Daten gesichert werden. (Ich habe vor einigen Jahren den Totalausfall einer Festplatte erleben „dürfen“ - alle Daten waren weg.)

Die Software die ich für „Windows“ nutze gibt es als Freeware und in den Funktionen erweitert als „Pro“-Version für rund 40 Euro oder, wer mehr braucht, in noch umfangreicheren, teureren Versionen.

Allerdings, grundlegend unterscheiden Backup-Programme sich nicht. Alle greifen auf die Systemroutinen des Betriebssystems zu, nutzen den Taskmanager. Nur, und das ist für mich entscheidend, in ihrer Bedienung, dem Einrichten von Aufgaben und dem Umfang der Möglichkeiten finden sich kleine, aber feine Unterschiede, was meine Entscheidung für „Oscster Backup“ beeinflusste.
Die Möglichkeit in der „professionellen“ Version mit der Datensicherung einen Datenspiegel anlegen zu können, so etwas suchte ich. Es bedeutet, das die Daten nicht nur von einer an die jeweiligen Entwickler gebundenen Backup-Software wieder hergestellt werden, sondern auch ohne Software, also direkt darauf zugegriffen werden könnte.
Die Freeware-Version von „Ocster Backup“ wird für viele Fälle der Datensicherung ausreichen. Zum Download und zur Information habe ich diesen Link auf eine Seite des „pc-magazins“ gesetzt.

Der Link zur Seite des Anbieters „Ocster“ mit einem Vergleich der Versionen, einen Überblick über Möglichkeiten zur Datensicherung setze ich hier, weil darin eine Beschreibung des Programms geboten wird und der Download der Freewareversion für Windows. (Es ist die Version 1.x ist. Die aktuelle käufliche Version ist 7)
Hier ist ein Link zum Anbieter, der mit dem Vergleich der Versionen einen Überblick verschafft, was mit einem Backup alles möglich ist.

(Alle meine Links, so auch in diesem Artikel, sind ohne Tracking – niemand zählt die Klicks die von diesem Blog auf die gelinkten Seiten erfolgen. Die Links werden ohne Zustimmung gesetzt oder motivieren irgendeine Zahlung. Für den Inhalt der gelinkten Seiten kann - wie im Internet üblich - auch von mir keinerlei Gewähr auf Richtigkeit, Vollständigkeit oder die Einhaltung von Gesetzen geleistet werden.)

Das grundsätzliche ABER zur Verwendung einer Backup-Software als Fotograf kommt sicherlich von jenen, zu denen ich auch gehöre, die eine eigene Bildverwaltung in Form einer Datenbank nutzen. Damit lassen sich problemlos Backups mit vorgegebenen, regelmäßigen Taskaufrufen ausführen.
So wird dann nicht „nur“ der Grundbestand an Bilddaten gesichert, sondern zudem werden die begleitenden und ebenso wertvollen Informationen zu den Bildern, die mühsam und manches Mal widerwillig aber unumgänglich notwendige erarbeitete Informationssammlung übernommen: Copyrightvermerke, Veröffentlichungsbeschränkungen, Stichwörter, Kategorien, allgemeine Beschreibungen, Titel von Bildern, Namen, Orte und vieles mehr von all jenem, was eine Datenbank wertvoll macht.
Die in einer Datenbank bestehenden Verknüpfungen von Bildern und Informationen werden nur in einem Backup von der Datenbank-Software erhalten bleiben. - Allerdings, man bindet sich mit der Entscheidung für eine Datenbank an die jeweiligen Entwickler, denn nicht selbstverständlich lassen sich Daten einfach so von einer auf eine andere Datenbank portieren und dort problemlos weiter verwenden. - Das Portieren komplexer Datenstrukturen ist eine Aufgabe für Spezialisten.

Zwar vertraue ich den Backups meiner Bildverwaltung, kann jedoch nicht direkt darauf zugreifen, da die Daten nicht gespiegelt sind, sondern in komprimierten Formaten in speziellen Archiven und in Unterordnern abgelegt werden. Eine einfache Backup-Software, in meinem Fall jene von „Ocster“, bietet mir eine sichere, inkrementelle Kopie in unkomprimierter, in einem mit einer Bildbearbeitung jederzeit lesbaren Format. Und, ich kann während „Ocster Backup“ läuft mit meinem Computer weiter arbeiten, sogar auf die Bilddaten zugreifend diese verändern, neu bearbeitete Kopien anlegen. Beim Backup meiner Datenbank geht das nicht.

Da wäre dann nur noch eine Sache: die Bilddaten sind auf einer Festplatte. Wenn diese in halbwegs geschützter, also normaler Umgebung nur herumliegt, dann wird eine Lebensdauer von 70 bis 85 Jahren angenommen. Ist eine Festplatte quasi den ganzen Tag und die halbe Nacht in Betrieb, wie dies bei immer mehr Rechnern in den Haushalten üblich wird, weil so ein Gerät als Mediezentrale Fernsehbilder und Audiodaten wiedergibt, für Internet, Video und Bilder zuständig ist, dann wird eine Festplatte vielleicht nur drei Jahre halten! Um den Zustand meiner Festplatten zu überwachen, nutze ich das kostenlos erhältliche „CrystalDiskInfo“.

© 2011 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.

Weg vom Paradigma der Schärfentiefe – die Nikon „1“ will anderes

21. September 2011

Der Paukenschlag von Nikon ist beachtlich laut. Das neue System der spiegellosen Systemkamera „1“ mit Wechselobjektiven im kleinen CX-Format und im Formfaktor 2,7 (gegenüber Kleinbild) setzt sich über alle Erwartungen und Spekulationen hinweg, die bisher durch das Internet geisterten. Nur eine weitere CSC (Compacte System Camera)? Mit einem Bildsensor der noch deutlich kleiner ist als bei Olympus? - Was haben einige Nikon-Enthusiasten in diversen Foren zu lästert vermocht über zu kleine Sensoren (kleiner als APS-C). Und nun? In Japan interessiert sich offensichtlich kein Mensch für diese Ich-weiß-was die-Welt-braucht-Intelligenz. Aus der Sicht der Entwickler und der Geschäftsleitung bei Nikon macht der 1 Zoll große Bildsensor genau das was das angezielte Publikum erwartetet.

Für den Trend in der Bildgestaltung ist es eine harsche Absage an all jene die von den Gestaltungsmöglichkeiten mit der Schärfentiefe, dem Verlaufen der Unschärfe in Bereichen eines Bildes das Wort reden. Diese Stimmen wenden sich damit auch gegen die kleinen Bildsensoren und jene enorm weite, allsichtbare Schärfentiefe in Aufnahmen die den Kompaktkameras entstammen.

Doch was ist das eigentlich für eine Diskussion über die Schärfentiefe? Das Erscheinen der neuen Nikon „1“ wird noch mehr kontroverse Diskussionen auslösen.
Auf der einen Seite stehen die Vertreter der These von einer guten Bildgestaltung, die auf Schärfe und Unschärfe im Bild nicht verzichten zu können meint.
Auf der anderen Seite finden sich all jene wieder die so recht nicht wissen was für ein Argument, und ob überhaupt, ein solches Beharren auf tradierten Möglichkeiten der Gestaltung noch Bestand hat in einer zeitgemäßen Bildsprache. Sie, diese eher pragmatisch an der zeitüblichen Fototechnik orientierten, diese wie sie ist Nutzer, machen ihre Bilder nach Vorbildern, die nicht in der Geschichte verhaftet sind sondern zur aktuellen Bildsprache zu zählen sind.

Wohl jedem Beobachter fällt an der Befürwortern der unbedingten Schärfentiefe schnell auf das ihre Vertreter alsbald, gerne und gar nicht versteckt mit ihrer Kameratechnik winken: wir haben ein „richtiges“ Bildformat, womit dann meist das fachlich längst widerlegte Gerede über die Vorteile des „Vollformates“ für „jede“ Bildgestaltung beginnt – de facto sich als Gelegenheit zum Vorzeigen teurer Kameratechnik enttarnt, im Stile von Länger, Höher, Weiter und Teurer - was an Technik man sich selbst leisten kann und andere nicht.
Das nervt, denn so viele Bilder gibt es nicht, weltweit nicht, die mit einer gekonnt gesetzten Schärfentiefe im Bild glänzen. Noch dazu, wie ich feststelle, recht viele dieser Leute mit Autofokus fotografieren, also eher dem zufällig guten Bild von Schärfe und Unschärfe anhängen. - Die Gestaltung mit dem Verlauf aus Schärfe und Unschärfe funktioniert nur dann, wenn die gestaltende, die zum Motiv passende Blende gewählt wird. Es erfordert eine entschleunigte Photographie.

Die deutliche Mehrzahl von ernsthaft an einer gelungenen Bildgestaltung interessierten Zeitgenossen kümmert sich weniger um die Ästhetik von Unschärfeverläufen, sondern um die Dynamik im Bild. Farbkontrast, Dramatik, Pose und gestochene Schärfe sind die zeitgemäßen Kriterien mit denen versucht wird Aufnahmen gestalterisch umzusetzen. (Ich meine, wer darüber nachdenkt welche Bilder gegenwärtig die besondere Wertschätzung genießen, in Ausstellungen, im Kunsthandel, in Zeitschriften gedruckt und im Internet publiziert werden, wird auf diese Merkmale gestoßen. Man muss schon beide Augen fest zukneifen, um den Mainstream nicht zu sehen – und gute Bilder sind dabei auch noch entstanden, sogar die am teuersten gehandelten der Fotogeschichte. Selbst der Blick in die Fotogeschichte zeigt wie selbstverständlich und allgegenwärtig Unschärfen in Fotos versucht wurde einzusetzen. Ein Beispiel ist die berühmte Gruppe ´“f/64“, gegründet 1932, zu deren Mitgliedern auch ein Ansel Adams zählte.

Doch jenseits aller Aufgeregtheit möchte ich die Bedeutung vom Schärfentiefe in der Photographie mal auf einen pragmatischen, professionellen Standpunkt bringen, das heißt nach den Anwendungen von Schärfe und Unschärfe fragend in die Praxis schauen. - Bei mir selbst, einfach weil es nahe liegt und das Beispiel aus der Praxis kommt.
Ich machte ein Porträt im Mittelformat, übrigens bis vor etwa 5 Jahren war ein annäherndes 4,5 x 6 cm Format auch kein anerkanntes „Vollformat“ , sondern galt eher als Zischenstufe der Entwicklung bis die Scanbacks vo „richtigen“ 6,5 x 9 cm Bildsensoren ersetzt werden. Also, da hatte ich so einige Probleme mit der Großaufnahme des Gesichts. Denn recht viele kleine und störende Poren und Hautunreinheiten vertragen sich nur schwer mit der extrem guten Schärfe einer solchen, hochauflösenden Aufnahmetechnik. Glücklicherweise kann man bei diesem relativ großem Aufnahmeformat von wenigen Zentimetern im Schärfebereich ausgehen. Weite Teile des Gesichts würden in einer weich fließenden Unschärfe eintauchen, ohne die Form zu verlieren. Doch bei der Aufnahme, beim Blick durch den Sucher, dabei kann man das nicht wirklich beurteilen. Man muss solches aus der Erfahrung heraus abschätzen, obwohl das Mittelformat im Vergleich zum Kleinbild ein fantastisch großes Sucherbild bietet. Aus der Hand aufnehmend fixierte ich die Augen als Schärfeebene, so wie es die bewährte Konvention der Porträtfotografie verlangt.

Nun, das Ergebnis war wie zu erwarten. Die störenden dunklen Hautunreinheiten in den Poren auf der Nase verschwanden im Schleier der Unschärfe. Zudem wurde mit der Unschärfe der glänzende Nasenreflex des Studiolichts gemildert. Die Ohren tauchten in sanfte Unschärfe, ohne das deren Form verloren ging. - Nun, soweit wird mir jeder Befürworter der gestalterisch angelegten Schärfentiefe zustimmen.
Zur digitalen Technik gehört allerdings auch das sich in einem Bereich der Stirn, die zum Schärfebereich des Bildes gehörte, dass die feinen Linien und Poren als Moirè an einer Stelle ein sichtbares, hässliches Muster bildeten.
Sollte man deshalb auf jede digitale Technik verzichten? Immerhin gelten zeitgemäße Kameras als zuverlässig, wenn in nicht mehr als 5 Prozent der von einem Autofokus gesetzten Schärfe eine Fehlfokussierung eintritt. Und eine Moirèbildung ist noch weitaus seltener ein Problem; wird es eher dann, wenn man damit nicht gerechnet hat, wie es mir passierte. Aber letztlich in der Bildbearbeitung verschwand.

Die allermeisten Bilder im beruflichen Arbeiten sind auf maximale Schärfe ausgelegt. Das ging früher und geht heute soweit das es spezielle Konstruktionen gibt, die die Schärfenebene ausdehnen. Nach Scheimpflug verstellte mechanische Elemente an der Kamera oder direkt an der Fassung von einigen, wenigen Objektiven ermöglichen dieses ein wenig zu kippen, so dass die Schärfeebene eben nicht als parallel stehende Fläche zum Bildsensor wirksam ist, sondern nun schräg stehend genutzt werden kann. Wenn beispielsweise eine Landschaft von ganz nah bis in die Ferne, quasi vom Stativ bis in den Horizont scharf abgebildet werden soll. Oder bei Nahaufnahmen von kleinen Objekten, wie man diese im Studioaufbau als sogenanntes Table Top hat, ist die veränderte Lage der Schärfeebene sinnvoll. Auch Architekturfotografen nutzen neben der Parallelverschiebung die Verstellung nach Scheimpfug für Innen- und Außenaufnahmen.
Es geht allerdings noch einfacher und deutlich preiswerter: man nehme einen kleinen Bildsensor.

Eine gänzlich andere und weltweit einmalige Lösung ist als Software entwickelt worden. Die Firma HeliconSoft (http://www.heliconsoft.com) bietet mit dem Programm „Helicon Fokus“ die Möglichkeit mehrere Aufnahmen von unterschiedlich gelegten Ebenen der Schärfe, die das gesamte Objekt abdecken, um daraus ein neues Bild zu errechnen. So entsteht ein durchgängig scharfes Bild, das von nah bis fern einen übergangslosen Schärfeeindruck bietet. (Ursprünglich wurde Helicon Fokus für Aufnahmen in der Mikroskopie entwickelt, doch ebenso gut lässt es sich für Makro- und Nahaufnahmen einsetzen und ersetzt auf digitalen Wege die Scheimnplufsche Verstellung – sofern die Motive nicht dazu neigen wegzulaufen oder das Licht der Beleuchtung sich fortlaufend ändert.)

Nun, wie die Bedeutung der Schärfentiefe auch immer gesehen wird, als Gestaltungsmittel macht diese nur einen recht kleineren Teil jener Probleme aus, die bewältigt sein wollen bis ein Bild entsteht.

Die neue Nikon „1“ hat mit der Diskussion zur Schärfentiefe nicht viel zu tun. Mit ihr ist ein Lifestylprodukt geboren, das man auf keinen Fall unterschätzen sollte. So wie Nikon sich mal vom Kleinbildformat endgültig verabschiedet zu haben schien, als es nur noch DX-Kameras im APS-C-Bildsensorformat gab, da man richtigerweise erkannte das die deutlich überwiegende Mehrzahl aller digitalen Kamera keinen 24×36mm großen Bildsensor haben werden, so möchte der Kamerahersteller nun jenen potentiellen Käufern ein Produkt anbieten, das Videoclips über alles zu schätzen weiß, weil diese ihrem Lebensgefühl näher kommen als Stillpictures es können - bewegte Bilder von Sekunden entsprechen der Antwort der Konsumenten auf die animierten Bilder der Medien um sie herum. Bei Harry Potter sahen wir diese bewegten Bilder schon im Film, animiert als „Zeitungsbilder“. Das wird eine neue Wirklichkeit, die schon bald die Onlineportale der Zeitungsverlage erreicht. Ein neuer Markt an transportablen Monitoren für „bewegte Fotos“ ist mit den Tablets bereits auf dem Markt.

© 2011 Adrian Ahlhaus. Alle Rechte beim Autor.